Hütter schimpfte über sein Team: „Nicht bundesligatauglich“
Das 0:6 gegen RB Leipzig hat Adi Hütters Eintracht Frankfurt hart getroffen.

Eintracht Frankfurt mit Coach Adi Hütter hat den Start in die deutsche Fußball-Bundesliga spätestens seit Samstag gründlich verpatzt. Nur fünf Punkte in fünf Spielen und vor allem 16 Gegentore - ein halbes Dutzend davon nun beim 0:6 bei RB Leipzig. Nach nicht einmal fünf Minuten lag die Eintracht 0:2 zurück. Dabei hat Hütter personell schon alles ausprobiert. Taktisch funktionierte beim Debakel defensiv weder die Dreier- noch die Viererkette.
„Wenn du so verteidigst, ist das einfach nicht bundesligatauglich“, schimpfte Hütter. An der Seitenlinie nahm der Vorarlberger die Gegentore äußerlich ruhig zur Kenntnis, doch in ihm brodelte es. „Wo wir den Hebel ansetzen müssen, sind die Gegentore. Das waren letztes Jahr so viele, jetzt sind es auch wieder so viele“, befand der 56-Jährige. 65 Tore hatte Frankfurt in der vergangenen Saison hinnehmen müssen. Hütter wurde vornehmlich zurückgeholt, um das Team vor allem defensiv zu stärken.
Austausch als Erlösung
Ein deutliches Signal an die Mannschaft war die Herausnahme von Kapitän Robin Koch zur Halbzeit. Der 30-Jährige erwischte wie fast alle Frankfurter einen schwachen Tag, die Formkurve zeigt nach unten. Nachdem das Debakel überstanden war, schickte der Coach deutliche Worte an seinen Abwehrchef hinterher. „Ich erwarte mir von einem Kapitän und Führungsspieler einfach etwas ganz anderes. Wenn du 16 Tore bekommst, Leader bist in der Abwehr, dann setze ich irgendwann einmal ein Zeichen“, sagte Hütter. Mit der Auswechslung habe er Koch erlöst.
Bei der Einstellung muss Hütter nun ansetzen. „Die Leidenschaft, die Gier muss einfach zurückkommen“, befand er. Wie das geschafft werden kann, daran müssen die Hessen unter der Woche arbeiten. Die allerdings eher kurz ist, denn schon am Freitagabend kommt der 1. FC Köln. Der sollte eigentlich ein willkommener Gegner sein, doch zu Hause hat die Eintracht in dieser Saison bisher nicht gewonnen. Hütter glaubt aber an die Mannschaft und sieht sich in den kommenden Tagen besonders als mentale Stütze gefragt: „Als Trainer muss man positive Dinge rausziehen und die Jungs an die Hand nehmen.“