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Mann ließ bei McDonald’s zwei Geldsäcke mit 100.000 Euro mitgehen

„Beide Säcke waren so voll, dass kein Schein mehr reinpasste“. Nach dem Geldsegen wurde Fahrer eines Geldtransporters in Graz durch Überwachungsfoto überführt.

© KLZ / Charly Triballeau
In Graz griff der Geldtransportfahrer zu
Christian Penz
Redakteur Bundesland Steiermark

100.000 Euro auf einen Schlag, mit einem Griff: Der Fahrer eines Geldtransporters hat die einmalige Chance beim Schopf gepackt und sich zwei Geldsäcke, die bei einer Grazer McDonald’s-Filiale deponiert waren, unter den Nagel gerissen.

„Beide Säcke waren so voll, dass kein Schein mehr reinpasste“, erinnert sich der 34-Jährige an seine Tat, die ihm heute sichtbar peinlich ist. „Geldtransportfahrer bin ich nun keiner mehr, der Job ist weg“, fügt er am Grazer Straflandesgericht hinzu.

„Eine heftige Summe“

„100.000 Euro sind kein Pappenstiel, das ist schon eine heftige Summe“, sagt Richter Martin Heissenberger. Auf die Frage nach dem Motiv antwortet der Angeklagte: „Ich weiß auch nicht, was los war. Mein Kopf hat sich gedreht, als ich die Geldsäcke sah ...“ Diese lagen in einer abgesperrten Safe-Box, eigentlich sicher deponiert. „Aber die Säcke stammten nicht von meiner Tour. Die hat ein Kollege hier am falschen Stützpunkt abgegeben.“ – „Und Sie dachten, man kommt Ihnen nicht auf die Spur, wenn etwas verschwindet?“, versucht der Richter zu ergründen. – „Ja, ich dachte, der Kollege hat die Geldsäcke halt irgendwo vergessen und weiß gar nicht mehr wo.“

Zugegeben haben Sie es. Aber erst, als Ihnen die Bilder aus der Überwachungskamera vom Tatort vorgehalten worden sind.

— Martin Heissenberger, Richter

Geld zu Hause versteckt

Also griff der 34-Jährige zu, brachte die Geldsäcke zu sich nach Hause und versteckte dort das Geld. „Dass es 100.000 Euro waren, damit habe ich nicht gerechnet.“ Das frisch gewonnene Vermögen wurde rasch angeknabbert: „11.000 Euro haben Sie ausgegeben, der Rest wurde bei Ihnen sichergestellt“, fasst der Vorsitzende zusammen. Schulden in seiner Heimat habe er damit beglichen, „für mich selbst hab‘ ich nichts ausgegeben“, so der Angeklagte.

Geständig war der Mann relativ schnell. Auch, weil ihm Bilder von der Überwachungskamera vorgelegt worden sind, auf denen er als Langfinger zu erkennen ist. „Ich habe aber auch gestanden, weil ich bald Vater werde“, sagt der Ungar. Für schweren Diebstahl fasst er sechs Monate bedingte Haft aus, den Schaden muss er gutmachen, die Verfahrenskosten tragen. „Ich gehe bei Ihnen aber nicht davon aus, dass Sie noch einmal Ihren Arbeitgeber bestehlen. Sie sind Familienvater, gehen wieder einer Arbeit nach“, meint der Vorsitzende.