Petition fordert Kassenzuschuss für MRT im Schladminger Spital
Betreiber von privatem Diagnosezentrum in Diakonissenklinik will durch Eintragung in RSG 2030 Wahlarztstatus erlangen. ÖGK winkt ab.

Kaum eine Region in der Steiermark biete so wenig allgemeinen Zugang zu wichtigen bildgebenden Untersuchungen wie das obere Ennstal, kritisiert Dieter Szolar. Für Magnetresonanztomografien (MRT) auf Kassenkosten müssten Patientinnen und Patienten weite Wege bis nach Liezen oder Rottenmann auf sich nehmen.
Eine Lücke in der Versorgung, die es zu schließen gelte, meint der Geschäftsführer der Diagnostikum-Gruppe, die in mehreren Bundesländern private MRT-Zentren betreibt. Sein Lösungsvorschlag: Die Eintragung des direkt in der Diakonissenklinik Schladming angesiedelten Standortes seines Unternehmens in den Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG 2030).
Petition gestartet
Um dieses Ziel zu erreichen, hat Szolar Anfang Oktober eine entsprechende Petition gestartet. Die Eintragung in den RSG, argumentiert er, würde „dem Diagnostikum Schladming den Wahlarztstatus zukommen lassen und es den Patienten ermöglichen, einen Kostenanteil von der Sozialversicherung erstattet zu bekommen“.
Weitere Vorteile seien kürzere Wege sowie deutlich verkürzte Wartezeiten, was letztlich eine schnellere medizinische Behandlung erlaube. Bis Freitag hatten rund 800 Personen die Petition unterzeichnet. Die Initiative läuft noch bis Jahresende, das erklärte Ziel sind 5.800 Unterschriften.
Kornhäusl verweist an ÖGK
Gerichtet ist die Petition an den steirischen Landtag und an Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl. Dieser gibt an, das Bedürfnis nach einer wohnortnahen Versorgung nachvollziehen zu können, sieht die Zuständigkeit aber andernorts: „Da von der Bundeszielsteuerung im aktuellen Großgeräteplan des Österreichischen Strukturplans Gesundheit (ÖSG) kein zusätzliches MRT-Gerät für den Bezirk Liezen vorgesehen ist und die Forderung der Petition in erster Linie die Sozialversicherung adressiert, habe ich die ÖGK gebeten, das Anliegen zu prüfen.“
Die Gesundheitskasse verweist auf die zwei im Großgeräteplan verankerten Geräte, mit denen die Planungsrichtwerte des ÖSG erfüllt seien. Die Wartezeit auf einen Termin sei in der Steiermark außerdem von 22,5 Tagen im vorigen auf 15,3 Tage im heurigen Jahr zurückgegangen. „Aus Sicht der Gesundheitsplanung ist die Versorgung in der Region strukturell und quantitativ gut. Eine Erweiterung des Großgeräteplans um das Schladminger MRT-Zentrum ist daher aus Sicht der ÖGK nicht notwendig.“
Nicht erste Petition dieser Art
Die aktuelle Petition ist übrigens nicht die erste dieser Art. Schon vor rund einem Jahr hatte die Diagnostikum-Gruppe Unterschriften gesammelt, damals, um die Eintragung ihres Standorts Deutschlandsberg in den RSG 2030 zu erreichen. Etwas mehr als 6000 Personen unterzeichneten bis Ende März dieses Jahres.
Das Thema MRT-Standorte wurde heuer auch schon auf landespolitischer Ebene diskutiert (wir berichteten). Im Frühjahr schlugen die Neos Alarm. Der Ausbau von Kapazitäten in der bildgebenden Diagnostik verzögere sich seit Jahren, obwohl mehrere Standorte – genannt wurde unter anderem Schladming – technisch vorbereitet und behördlich bewilligt seien. Für Patienten bedeute das längere Wartezeiten oder die Privatverrechnung von Untersuchungen.