Suche
Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Sofia Goggia über Viruserkrankung: „Ich konnte keine Stiegen steigen“

Bei der jährlichen Atomic-Präsentation sprach Italiens Ski-Stars Sofia Goggia über ihre Erkrankung. US-Skistar Mikaela Shiffrin erklärte ihre Pläne.

© APA / Barbara Gindl
Sofia Goggia sprach über ihre Erkrankung
Matthias Janisch
Redakteur Sport

Wenn die Gipfel in Österreich erstmals angezuckert sind, steigt auch der Hunger bei der Weltelite des Skisports auf die kommende Weltcup-Saison. Pünktlich dazu trafen sich im Salzburger Altenmarkt im Pongau die besten Männer und Frauen auf zwei Brettern, die „Atomic“ zu bieten hat. Mit einer Ausnahme: Aleksander Aamodt Kilde fehlte bei der jährlichen Präsentation, trainiert der Norweger doch noch in Chile, wo er anders als in Europa gegen Schneestürme ankämpfen muss. „Er fühlt sich zu dieser Zeit des Jahres viel besser als im Vorjahr und versteht die Situation mit seiner Schulter immer besser. Natürlich wird ihn das immer beeinträchtigen, aber er findet sicher einen Weg, um auch damit schnell zu sein“, verriet seine Verlobte Mikaela Shiffrin, die in Altenmarkt nicht nur über ihr Herzblatt, sondern auch ihre jüngste Entscheidung sprach.

Denn im kommenden Winter wird die US-Amerikanerin nur noch vereinzelt im Slalom am Start stehen. Der Fokus liegt voll und ganz auf Riesentorlauf und Super-G. Die erfolgreichste Skifahrerin aller Zeiten sieht dabei die Möglichkeit, „etwas zu erkunden, das für mich noch unbekannt ist. Und vielleicht fühlt sich davon jemand inspiriert, das ebenfalls zu versuchen.“ Deshalb setzt sich die sechsfache Gewinnerin des Gesamtweltcups auch bewusst keine Ziele für den kommenden Weltcup-Winter. Es ist dennoch nur schwer vorstellbar, dass nicht noch zumindest ein weiterer Erfolg zu den 110. Siegen im Weltcup hinzukommt. „Ich weiß noch nicht, wie Erfolg in diesem Winter aussehen wird. Derzeit weiß ich selbst noch nicht, wie viel Potenzial in diesem Ansatz steckt und wie stark ich sein werde.“ Der Slalom, mit 73 Erfolgen ihre mit Abstand erfolgreichste Disziplin, wird für die 31-Jährige aber immer „Heimat“ bleiben. „Vielleicht gibt es auch noch den ein oder anderen Besuch.“

Weit entfernt von fixen Entscheidungen, bei welchen Rennen sie in der kommenden Saison am Start stehen wird, ist Sofia Goggia. Die italienische Speed-Queen infizierte sich nach einem Mückenstich mit dem Chikungunya-Virus, in der italienischen Heimat kam noch eine Infektion mit dem Parvovirus B19 hinzu, was bei Erwachsenen nur selten vorkommt. „Ich habe mir schon Sorgen gemacht, da im Camp in Südamerika auch neurologische Symptome wie Zittern hinzukamen. Ich konnte keine Stiegen steigen und an manchen Tagen konnte ich nur langsam sprechen“, verriet die 33-Jährige. „In Ushuaia gab es Tage, an denen ich mich überhaupt nicht verbunden mit meiner Umwelt gefunden habe und schwere Schmerzen hatte. Es gibt keine spezielle Behandlung dafür, deshalb muss ich warten, bis ich es voll überstanden habe.“

An Skifahren auf Weltcup-Niveau sei derzeit überhaupt nicht zu denken. „Ich habe jetzt langsam wieder mit dem Krafttraining begonnen, nachdem ich davor ein Monat lang gar nichts machen konnte. Es gibt solche und solche Tage, aber ich werde bald wieder auf Schnee stehen, um zu sehen, wie es um die Balance steht.“ Konkrete Ziele für die kommende Saison seien deshalb völlig unrealistisch, vielmehr möchte sie ganz gesund werden. „Das Wichtigste ist, dass es mir gut geht. Und dann wird es auch mit dem Skifahren wieder funktionieren.“ Während gesundheitlich schwierige Wochen und Monate hinter ihr liegen, feierte Goggia akademisch einen Erfolg. Im Juni hat sie ihr Studium der Politikwissenschaften abgeschlossen und darf sich nun „Dottoressa“ nennen. Ob sich für sie damit etwas verändert? „Nein, außer dass ich eine Urkunde mehr bei mir im Zimmer hängen habe.“