Tote nach Gebäudeeinsturz in Istanbul

Nach dem Einsturz eines siebenstöckigen Wohnhauses im Istanbuler Bezirk Maltepe sind zwei Tote geborgen worden. Bei den Bergungsarbeiten, die seit den frühen Morgenstunden andauern, wurden laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi zehn Menschen lebend aus den Trümmern gerettet, nach weiteren Personen werde gesucht. Der Istanbuler Gouverneur Davut Gül erklärte, ein Geschäft im Erdgeschoss und vier Wohnungen in den darüberliegenden Stockwerken seien eingestürzt.
Insgesamt seien dort 14 Personen offiziell gemeldet, wobei auch mit Besuchern gerechnet werden müsse. Auf Bildern war zu sehen, dass die unteren Stockwerke eingebrochen und dadurch das gesamte Gebäude abgesackt war, während die oberen Stockwerke weitgehend intakt blieben. Aus den oberen Etagen wurden laut Anadolu Ajansi Personen evakuiert. Nach weiteren Verschütteten suchen derzeit der Katastrophenschutz und die Feuerwehr.
Die Bürgermeisterin von Maltepe, Esin Köymen, sagte dem oppositionsnahen Sender Halk TV, das Gebäude habe mehr Stockwerke gehabt als offiziell erlaubt gewesen sei. Eine offizielle Begründung dafür, warum das Gebäude auf der anatolischen Seite der türkischen Metropole am frühen Donnerstagmorgen einstürzte, gibt es bisher allerdings nicht.
In Istanbul ist der Bau von zusätzlichen Stockwerken ohne Genehmigung ein verbreitetes Problem. Das ist besonders gefährlich, weil die Großstadt in einem Erdbebengebiet liegt. Kritiker weisen immer wieder darauf hin, dass von der Regierung erlassene Bau-Amnestien illegal errichtete Gebäude gegen Strafzahlung im Nachhinein legalisieren.