Wenn die Kontaktlinsen zur Belastung werden
Kontaktlinsen sind für viele Menschen ein praktischer Begleiter im Alltag. Doch was tun, wenn die Augen zunehmend trocken werden, brennen oder gereizt reagieren? Eine Augenärztin erklärt, welche Ursachen dahinterstecken und wann Augenlasern eine Alternative sein kann.

Warum die Augen Kontaktlinsen plötzlich schlechter vertragen
Jahrelang waren Kontaktlinsen kein Problem, doch plötzlich beginnen die Augen am Abend zu brennen, werden rot oder fühlen sich trocken an. Was viele nicht wissen: Die Verträglichkeit von Kontaktlinsen kann sich im Laufe der Jahre verändern.
Mag. Kristina Mikek, Dr. med., Fachärztin für Augenheilkunde am Augenambulatorium Morela in Graz, kennt diese Beschwerden aus ihrer täglichen Praxis. Durch das langfristige Tragen von Kontaktlinsen können sich die Augenoberfläche und der Tränenfilm verändern. Auch die sogenannten Meibom-Drüsen, die eine schützende Fettschicht für den Tränenfilm produzieren, können beeinträchtigt werden. Die Folge: Die Tränen verdunsten schneller, die Augen werden trockener und empfindlicher. Wer solche Beschwerden bemerkt, sollte sie augenärztlich abklären lassen, anstatt die Kontaktlinsen trotz Reizung weiterhin zu tragen.

Was hilft bei trockenen und gereizten Augen?
Nicht immer muss sofort auf Kontaktlinsen verzichtet werden. Manchmal helfen bereits kürzere Tragezeiten, ein Wechsel auf Tageslinsen oder eine gezielte Behandlung trockener Augen. Wer allerdings dauerhaft unter Beschwerden leidet, kann auch über eine langfristige Alternative nachdenken.
Eine Möglichkeit ist die Laserkorrektur der Fehlsichtigkeit. Dabei wird die Hornhaut so verändert, dass Kontaktlinsen oder eine Brille im Alltag häufig nicht mehr notwendig sind. Das bedeutet nicht nur weniger Aufwand beim Einsetzen, Herausnehmen und Reinigen der Linsen. Auch die tägliche Belastung der Augenoberfläche durch Kontaktlinsen entfällt.

Augenlasern als langfristige Alternative
Ob beim Sport, auf Reisen oder nach einem langen Arbeitstag: Ohne Kontaktlinsen fallen viele kleine Einschränkungen weg. Es besteht keine Gefahr mehr, dass eine Linse verrutscht oder verloren geht. Auch das unangenehme Brennen durch langes Linsentragen kann damit der Vergangenheit angehören.
Allerdings ist Augenlasern nicht für jeden Menschen geeignet. Entscheidend sind unter anderem eine stabile Fehlsichtigkeit, die Beschaffenheit der Hornhaut und der Zustand der Augenoberfläche. Wichtig zu wissen: Eine Laserkorrektur ist keine Behandlung gegen trockene Augen. Unmittelbar nach dem Eingriff kann sich die Trockenheit sogar vorübergehend verstärken. Deshalb sind eine sorgfältige Voruntersuchung, die richtige Vorbereitung und regelmäßige Nachkontrollen besonders wichtig. Welche Rolle trockene Augen bei der Entscheidung für eine Laserkorrektur spielen, erklärt die Fachärztin ausführlicher in ihrem Beitrag über trockene Augen und Augenlasern.
Worauf es vor einer Laserkorrektur ankommt
Bevor eine Entscheidung getroffen wird, müssen die Augen gründlich untersucht werden. Augenärztin Kristina Mikek legt bei der Voruntersuchung besonderen Wert auf den Zustand der Hornhaut, des Tränenfilms und der Lidränder.
Damit die Messungen zuverlässig sind, sollten weiche Kontaktlinsen bereits drei Tage vor der Untersuchung nicht mehr getragen werden. Bei formstabilen Linsen ist eine Pause von einer Woche vorgesehen. Die Voruntersuchung dauert inklusive Beratung etwa zwei Stunden. Werden dabei trockene oder gereizte Augen festgestellt, kann zunächst eine mehrwöchige Behandlung der Augenoberfläche notwendig sein. Erst danach lässt sich beurteilen, ob eine Laserkorrektur sinnvoll und sicher durchgeführt werden kann.

Ein neuer Blick auf den Alltag
Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung mit Augentropfen. Je nach Behandlungsmethode können viele Patientinnen und Patienten bereits nach kurzer Zeit wieder ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen. Nicht immer ist Augenlasern jedoch die beste Lösung. Bei einer hohen Fehlsichtigkeit oder einer besonders dünnen Hornhaut können beispielsweise implantierbare Zusatzlinsen infrage kommen.
Wer zunehmend Probleme mit Kontaktlinsen hat, sollte die Beschwerden jedenfalls ernst nehmen. Eine augenärztliche Untersuchung kann klären, welche Möglichkeiten bestehen und welcher Weg langfristig am besten zur individuellen Augengesundheit passt. Wer sich vorab informieren möchte, kann mit einem kurzen Eignungstest für die Laserkorrektur prüfen, ob der Eingriff grundsätzlich infrage kommen könnte.
Komme ich für Augenlasern infrage, wenn mich Kontaktlinsen schon reizen?
Oft ja. Dass Linsen die Augen reizen, ist für sich allein kein Ausschlussgrund. Entscheidend sind eine stabile Fehlsichtigkeit, eine ausreichend dicke und regelmäßig geformte Hornhaut sowie der Zustand der Augenoberfläche. Empfohlen wird die Laserkorrektur meist im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Ist die Augenoberfläche belastet, bereiten wir sie vor dem Eingriff zuerst vor.
Wie lange vor der Untersuchung darf ich keine Kontaktlinsen tragen?
Weiche Linsen sollten drei Tage vor der Untersuchung nicht getragen werden. Bei formstabilen Linsen beträgt die Pause eine Woche. Bei ihnen wiederholen wir die Messungen, um sicherzugehen, dass die Hornhaut stabil ist. Am Tag der Untersuchung bleiben die Linsen zu Hause.
Sind meine Augen nach dem Augenlasern weniger trocken?
Die Laserkorrektur behandelt keine trockenen Augen. Ohne Linse entfällt aber die tägliche Reizung, die sie verursacht hat. Der Eingriff selbst kann die Trockenheit vorübergehend verstärken, in den ersten Wochen sind künstliche Tränen daher wichtig. Wer schon vorher trockene Augen hatte, braucht nach dem Eingriff mehr Aufmerksamkeit und eine konsequente Pflege der Augenoberfläche.
Tut der Eingriff weh, und wie lange dauert er?
Vor dem Eingriff werden die Augen mit Tropfen betäubt, er ist daher in der Regel schmerzfrei. Am Tag der Operation verbringt man etwa eine Stunde bei uns.
Wann kann ich wieder arbeiten?
Das hängt von der Methode und der Art der Arbeit ab. Die meisten können bereits am nächsten Tag wieder arbeiten. Mit dem Sport wartet man besser etwas länger, genaue Hinweise gibt es beim Eingriff.
Kann die Fehlsichtigkeit nach dem Augenlasern zurückkommen?
Nur selten. Meist betrifft es Jüngere, bei denen die Dioptrien vor dem Eingriff noch nicht ganz stabil waren. Lässt der Zustand der Hornhaut es zu, ist eine Nachkorrektur oft möglich.
Was ist, wenn eine Laserkorrektur für mich nicht infrage kommt?
Dann sprechen wir über andere Möglichkeiten. Bei hoher Fehlsichtigkeit oder dünnerer Hornhaut kann eine phake Linse die bessere Wahl sein. Sie wird zusätzlich ins Auge eingesetzt, die natürliche Linse bleibt erhalten. Auch diesen Eingriff führen wir in Graz durch. Für manche ist es am besten, bei der Brille zu bleiben und Linsen nur gelegentlich zu tragen.
Morela Augenambulatorium
Franckstraße 21
8010 Graz
Österreich
Telefon: 0664 8816 6944
E-Mail: office@morela.at
Web: www.morela.at
Entstanden in Kooperation mit Morela Augenambulatorium.