Suche
Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Razzia in Grazer Szenelokal: Mitarbeiter dealten mit Kokain

Nach abendlichem Großeinsatz in der Innenstadt Ende September gibt es nun erste Details: Sechs Männer wurden festgenommen, sie arbeiteten für das Lokal. Weitere Aktionen dürften folgen.

Die Polizei stieß auf größere Mengen Kokain
© Christoph Hardt via www.imago-images.de
Die Polizei stieß auf größere Mengen Kokain

Knapp zwei Wochen nach einem aufsehenerregenden Polizeieinsatz in der Grazer Innenstadt gibt die steirische Polizei nun über die Hintergründe Auskunft. Bei einer Drogenrazzia in einem Szenelokal im Bereich des Opernrings wurden sechs Personen festgenommen. Dabei handelt es sich um Mitarbeiter des Lokals. Laut Polizei soll in den letzten Jahren in diesem – aber auch in anderen Grazer Szenelokalen – vor allem Kokain im Kilobereich verkauft worden sein.

Am späten Abend des 26. September (ein Samstag) lief in der Grazer Innenstadt ein Großeinsatz unter Federführung des Landeskriminalamts, Ermittlungsbereich Suchtgiftkriminalität. Die Razzia galt einem bekannten Club im Stadtzentrum. Erkenntnisse aus bereits laufenden Verfahren sowie mehrere anonyme Hinweise aus der Bevölkerung hatten die Ermittler auf die Spur gebracht. Der Verdacht: Über mehrere Jahre hinweg sollen Kellner und andere Lokalbedienstete mit Drogen gehandelt haben. Ende September hatten die Ermittler genug Beweismaterial gesammelt, um bei der Staatsanwaltschaft Graz gezielte Festnahmeanordnungen zu erwirken und die Razzia vorzubereiten.

Kokain, Cannabis und Amphetamine wurden sichergestellt

Beim Landeskriminalamt spricht man von einem „präzise koordinierten Einsatz“. Näheres über die Identität der sechs Festgenommenen gibt es vorerst aber nicht, auch nicht zu den sichergestellten Drogen. Nur so viel: Bei den Durchsuchungen sei von den Kriminalbeamten eine erhebliche Menge illegaler Substanzen sichergestellt worden, darunter Kokain, Cannabis und Amphetamine.

Die Verdächtigen sind zum Teil geständig, drei von ihnen befinden sich derzeit weiter in U-Haft. Die Männer sollen gewerbsmäßig mit den Suchtmitteln gehandelt haben. Hinter dem Netzwerk vermuten die Ermittler ein mafia-ähnliches System, das direkt von den Bediensteten – darunter Kellner und andere Angestellte des Lokals – organisiert und umgesetzt wurde.

Weitere Festnahmen werden erwartet

Klar dürfte sein, dass größere Netzwerke hinter dem Drogenhandel in Graz stehen. Die Polizei hält demnach fest, dass Suchtgiftkriminalität ein klarer Schwerpunkt ihrer Arbeit sei. Auch weil Delikte in diesem Bereich erfahrungsgemäß auch oft direkt mit Gewaltdelikten einhergehen.

Es dürften in dieser Causa nicht die letzten Festnahmen gewesen sein, deutet die Landespolizeidirektion am Mittwoch an. „Vergleichbare Schwerpunktkontrollen und gezielte Zugriffe“, seien in Zukunft auch in anderen Szenelokalen nicht ausgeschlossen, heißt es. Über „Tipps“ aus der Szene ist man demnach erfreut. „Sowohl Staatsanwaltschaft Graz als auch die Polizei gehen sämtlichen eingehenden Hinweisen weiterhin akribisch nach“, so die Polizei in ihrer Aussendung.

Zum Thema