Kärntner Pfarrer möchte seine Kirche weltweit bekannt machen
Die Kirche Maria Rain soll zur Basilika werden. Eine Änderung, die unspektakulär klingt, aber eine seltene Ehre ist – und der Papst bestimmen muss.

Ulrich Kogler ist so etwas wie das geistliche Oberhaupt des Rosentals. Der Pfarrer und Religionslehrer verantwortet die Kirchen in Göltschach, Köttmannsdorf, Windisch Bleiberg, in Kappel an der Drau und Maria Rain. Sein freier Tag? „Der achte Tag der Woche“, sagt Kogler, der seit Jahren an einem langwierigen, umfangreichen Vorhaben arbeitet.
Geht es nach ihm, soll die Kirche in Maria Rain zur Basilika erhoben werden. Jahrelang saß er am Projekt, den entsprechenden Antrag samt einem 100 Seiten dicken Konzept überreichte er Anfang Oktober Bischof Josef Marketz.
Basilika ist ein Ehrentitel, den nur besondere Kirchen tragen dürfen. Kirchen dieser Art seien dem Papst besonders verbunden, erklärt die Erzdiözese Wien, die derzeit 32 "Basilica minores“ in Österreich zählt. Aus Koglers Sicht spreche vieles dafür, auch seine bald 1100 Jahre alte Kirche in diese honorige Riege aufzunehmen und ihr eine globale Bedeutung zu verschaffen. „Wenn eine Kirche als Leuchtturm so heraussticht, dann sollte man das auch so wahrnehmen“, sagt er.

Entscheidung obliegt dem Papst
Die Wallfahrtskirche am Hemma-Pilgerweg zählt zu den ältesten Kirchen Kärntens. Sie verfügt mit einer Länge von über 50 Metern über die notwendigen Maße und beherbergt seltene Kunstschätze. Das Mariengrab sei in Europa einzigartig, die Maria mit Kind in der Mitte des Altars rund 600 Jahre alt. „Ihre Strahlkraft geht weit über die Region hinaus“, sagt Kogler über das Gotteshaus, das Pilger aus diversen Bundesländern aufsuchen. Nichts spreche gegen die Erhebung zur Basilika. Diese Entscheidung obliegt aber nicht ihm.
Den Antrag nimmt Bischof Marketz in die österreichische Bischofskonferenz mit. Sie diskutiert und stimmt in der Vollversammlung im Herbst über die Erhebung ab. Ein einstimmig positiver Beschluss landet dann in Rom, wo weitere Gremien über die Erhebung sprechen. Das letzte Wort hat der Papst. „Es ist ein langer Weg“, fasst Kogler zusammen.
Es ist ein langer Weg.
— Ulrich Kogler, Pfarrer in Maria Rain
Zwei Basiliken in Kärnten
Die Kirche in Maria Rain wäre die dritte Basilika in Kärnten. Momentan gibt es in Maria Luggau und Maria Loreto in St. Andrä im Lavanttal zwei Basiliken. Jene in St. Andrä erhielt im Jahr 2014 diesen Titel, gibt die Diözese Gurk, die über 1000 Kirchen und Kapellen zählt, bekannt.
Eine Entscheidung, positiv wie negativ, kann wenige Monate oder mehrere Jahre dauern. So lebt zumindest die kleine Hoffnung, im kommenden Mai nicht nur das 1100-Jahr-Jubiläum feiern zu können. Viel früher, schon vor Allerheiligen, sind die derzeit laufenden Sanierungsarbeiten an der Kirche abgeschlossen. Der Innenbereich erhält einen neuen Anstrich, auch die Elektronik wird erneuert. Der neue „Platz der heilenden Klänge“ und ein Sternenkinderdenkmal kosten in Kombination mit den Innenarbeiten rund 200.000 Euro.