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Montanuni beschäftigt sich mit industrieller Dekarbonisierung

Mit dem neuen Gesetzesentwurf, der die Speicherung von CO2 in Österreich in bestimmten Bereichen wieder möglich machen soll, ergeben sich für die Montanuniversität Leoben neue Forschungsmöglichkeiten.

Die an der Doctoral School „CHESS“ beteiligten Forschenden
© MUL/Tauderer
Die an der Doctoral School „CHESS“ beteiligten Forschenden

Eine neue interdisziplinäre Forschungsinitiative der Montanuniversität Leoben entwickelt Lösungen für CO2-Management, Wasserstoff und geologische Speicher. In der sogenannten „Doctoral School CHESS – CCUS & Hydrogen Systems Engineering School“ will man konkrete wissenschaftliche Grundlagen für die Transformation der „Hard-to-abate-Industrien“ in Österreich erarbeiten. Damit sind industrielle Prozesse wie etwa in der Kalk- und Zementproduktion, herkömmliche Verfahren der Stahlherstellung und thermische Abfallverwertung gemeint, in denen CO2-Emissionen nicht vermieden werden können.

Rund ein Drittel der österreichischen Treibhausgasemissionen entsteht in der Industrie. Während erneuerbare Gase, mehr Energieeffizienz und die Elektrifizierung industrieller Prozesse laut Montanuniversität wesentliche Hebel für die Dekarbonisierung darstellen, braucht es für die besonders schwer dekarbonisierbaren Bereiche ergänzende technologische Lösungen: „den Umstieg auf neue Herstellungsverfahren, die Abscheidung und Nutzung von CO2 für chemische Produkte oder die dauerhafte Speicherung in geologischen Formationen“, heißt es seitens der Universität.

Verbot soll aufgehoben werden

Der neue Gesetzesentwurf zur geologischen Kohlenstoffspeicherung wurde von der Bundesregierung im September in Begutachtung gegeben. Damit soll das seit 2011 geltende strikte Verbot der CO2-Speicherung in Österreich aufgehoben werden. Der offizielle Startschuss für die Doctoral School CHESS, die sich mit ebendieser Speicherung beschäftigt, fiel Ende September, bei einem Kick-off präsentierten die beteiligten Forschenden bisherige Arbeiten und die Konzepte von fünf Dissertationen.

An CHESS beteiligt sind Forschende aus fünf Lehrstühlen: Energieverbundtechnik, Energy Geosciences, Physikalische Chemie, Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes und Eisen- und Stahlmetallurgie.