Wann gehen im Kulturkeller Gleisdorf wieder die Lichter an?
Nach Kürzungen bei den Kulturförderungen sucht die Stadt Gleisdorf nach einer neuen Lösung für den Kulturkeller. Für die Idee einer Vereins-Holding werden nun Mitstreiter gesucht.
Als „legendäre Veranstaltungsstätte der Oststeiermark“, bezeichnet Kulturreferent Karl Bauer den Gleisdorfer Kulturkeller. Er befindet sich im Besitz der Stadtgemeinde. In den vergangenen Jahrzehnten wurde dort musiziert, Theater gespielt, gelesen, ausgestellt, diskutiert und gefeiert. Viele junge Bands hatten hier ihre ersten Auftritte.
Doch seit heuer wird in der Stadtgemeinde Gleisdorf gespart, mitunter sind Kulturförderungen und auch der Kulturkeller betroffen. „Wir können nicht mehr zu jeder Veranstaltung so wie früher dazu zahlen“, betont Bürgermeister Christoph Stark. Für ihn steht dennoch fest: „Wir wollen den Kulturkeller als Spielstätte erhalten.“
Wie das gelingen kann, darüber diskutiert am Montagabend ein kleiner Kreis Interessierter direkt vor Ort. Betriebskonzepte, Sponsoren und die mögliche Gründung eines Vereins stehen im Mittelpunkt. Einer, der sich bereits intensiv Gedanken gemacht hat, ist der ehemalige Kulturreferent Hannes Felgitsch. Seine Idee: Eine Vereins-Holding soll den Kulturkeller führen und als Ansprechpartner und Vertragspartner zwischen Künstlern und Gemeinde fungieren. Vereinsstatuten und ein Nutzungskonzept hat Felgitsch bereits ausgearbeitet.
Von Theater bis Spielabende
Der rund 64 Quadratmeter große Raum bietet mit einer 29 Quadratmeter großen Bühne, Leinwand, Lichttechnik und Mischpult zahlreiche Möglichkeiten. Konzerte sind ebenso denkbar wie Workshops, Tanz und Bewegung, Theater, Spieleabende, Lesungen, Diskussionen oder private Feiern. „Außerdem eignet sich der Kulturkeller auch für Proberäume, hier könnte man mit Vereinen, aber auch mit Schulen zusammenarbeiten“, sagt Felgitsch. Seine Vorstellung: „Dass der Raum multikulturell genutzt wird.“
Die entscheidende Frage lautet jedoch: „Wer kann sich vorstellen mitzuarbeiten und wie bekommen wir das Geld zusammen, um das erste Jahr die Grundmiete zu decken?“ Rund 800 Euro monatlich werden dafür laut Kulturreferatsleiter Gerwald Hierzi geschätzt.
Bürgermeister Stark signalisiert Unterstützung: „Ich werde gerne eine Monatsmiete aus privater Tasche decken, und ich denke, dass es auch noch andere Gleisdorferinnen und Gleisdorfer gibt, die sich bei der finanziellen Unterstützung beteiligen würden.“ Auch Sponsoring und Crowdfunding werden diskutiert. Ziel ist es, die ersten zwölf Monate abzusichern.
Engagement ist gefragt
Dass es dafür auch Engagement braucht, ist den bisherigen Nutzern klar. „Wir haben den Kulturkeller seit zehn Jahren als Probe- und Veranstaltungsstätte genutzt, für uns steht fest, wenn wir weiter hier bleiben wollen, müssen wir uns beteiligen“, sagt Dietrich Laurien Obfrau-Stellvertreter vom Gleisdorfer Kellertheater. Gemeinsam mit Obfrau Heidelinde Ploderer-Leitner betont er: „Wir wollen, dass es im Kulturkeller weitergeht.“
Auch Günter Maier-Paar von der Rockformation Bluepoint hat zahlreiche Erinnerungen an den Keller und Ideen für künftige Veranstaltungen. „Wir werden uns sicher mit Auftritten beteiligen“, steht für ihn fest.
Ideen bringen auch die beiden Gleisdorfer Lies Beyens und René Vodouschek ein. Sie veranstalten 2024 erstmals den „Christmas Charity Rock“ im Kulturkeller, auch heuer ist das Konzert für 12. Dezember geplant. „Der Kulturkeller ist ein Juwel der Stadt, wir wollen nicht, dass er als Veranstaltungsstätte wegbricht“, sagen die beiden.
Mitstreiter gesucht
Die Stimmung an diesem Abend ist trotz der Herausforderungen positiv. Gemeinsam will man dem Kulturkeller neues Leben einhauchen. Nun sollen weitere Mitstreiter gefunden werden, die sich im Vorstand des Vereins beteiligen wollen. Interessenten können sich an Hannes Felgitsch unter 0676 71 498 71 melden.
Der Musiker und Psychologische Berater ist zuversichtlich: „Ich bin guter Dinge, dass wir das schaffen.“ Auch seine Tochter Sophie, sie ist Mitglied des Gleisdorfer Faschingsvereins, könnte sich eine Mitarbeit im Vorstand vorstellen, berichtet er. Bis Ende Oktober soll der Vorstand stehen, bis Jahresende ein Veranstaltungskonzept für 2027 vorliegen. Das ambitionierte Ziel: „Pro Monat eine Veranstaltung im Kulturkeller“, sagt Felgitsch.