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ÖAMTC warnt vor gravierenden Mängeln bei zwei Kindersitzen

Aufgrund des Sicherheitsrisikos rät der Autofahrerklub vom Kauf ab. Bei den Tests haben sich die Gurte geöffnet und der Dummy wurde aus dem Sitz geschleudert.

Die Hersteller haben auf die ÖAMTC-Ergebnisse des Kindersitztests reagiert
© APA / Nicolas Armer
Die Hersteller haben auf die ÖAMTC-Ergebnisse des Kindersitztests reagiert

Der ÖAMTC warnt gemeinsam mit seinen Partnerclubs vor gravierenden Sicherheitsproblemen bei zwei Kindersitzen. Betroffen sind die Modelle „Britax Römer Baby-Safe Pro + Vario Base 5Z“ und „Axkid Minikid Core“. Beide Sitze zeigten beim Frontalaufpralltest Mängel.

„Wir erachten das von diesen Sitzen ausgehende Sicherheitsrisiko für so hoch, dass wir uns in der Pflicht sehen, noch vor Veröffentlichung der Gesamtergebnisse am 20. Oktober 2026 auf das gefährliche Verhalten der beiden Modelle aufmerksam zu machen“, erklärt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

Dummy aus Babyschale geschleudert

Beim Frontalaufpralltest werden die Kindersitze auf einer handelsüblichen Rückbank montiert. Diese wird auf einem Metallschlitten dann auf 50 km/h beschleunigt und anschließend abrupt abgebremst. Für die beiden Kindersitzmodelle war diese Belastung bereits zu hoch. „Beim Modell von Britax Römer öffnete sich das Gurtschloss des Hosenträgergurtes. Der Dummy wurde dadurch aus der Babyschale geschleudert. Beim Axkid entriegelte sich der Stützfuß und fuhr vollständig ein. Außerdem brach das Gurtschloss aus der Sitzschale, wodurch das Becken des Dummys nach oben geschleudert wurde“, erläutert der Testexperte.

Maßnahmen der Hersteller

Die Hersteller der im Test durchgefallenen Kindersitze wurden vorab über die Ergebnisse informiert und reagierten laut Kerbl umgehend: „Die Verantwortlichen von Britax Römer haben uns mitgeteilt, dass sie derzeit die Ursache für das Versagen des Gurtschlosses untersuchen. Über das weitere Vorgehen, etwa Austausch, Reparatur, Rückruf oder andere Maßnahmen, soll nach Abschluss der technischen Untersuchung entschieden werden. Axkid teilte uns mit, dass der Verkauf des ‚Minikid Core‘ eingestellt wurde und Kundinnen und Kunden ein Austausch des getesteten Sitzes gegen einen ‚Minikid 4 Pro‘ angeboten wird.“

Die durchgeführten Frontalaufprallversuche im Rahmen der Kindersitztests orientieren sich hinsichtlich der Unfallschwere an den aktuellen Euro NCAP-Fahrzeugcrashtests. Dabei wirken auf die Testprodukte deutlich höhere Kräfte als bei den gesetzlich vorgeschriebenen Zulassungsversuchen gemäß UN-Regelung 129. Die Ergebnisse der Kindersitztests der vergangenen Jahre zeigen, dass viele Sitzmodelle auch den höheren Anforderungen standhalten und zahlreiche Hersteller die Kriterien des Verbraucherschutztests bereits in der Produktentwicklung berücksichtigen.