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Vor 20 Jahren wurde die Geschichte Gradens für die Nachwelt bewahrt

Vor 20 Jahren wurde die von Ernst Lasnik verfasste Gradner Ortschronik veröffentlicht. Anlässlich dieses Jubiläums blickten die Beteiligten auf die Entstehung zurück.

© KLZ / Jakob Kriegl
Ein Teil des „Chronik-Teams“: Hans Rieger, Franz Schlatzer, Ernst Lasnik, Werner Neukam, Georg Hiebler und Ferdinand Zwanzger
Jakob Kriegl
Redakteur Regionalredaktion Voitsberg

Vor 20 Jahren hat der Historiker und Volkskundler Ernst Lasnik die Geschichte Gradens niedergeschrieben und damit ein Stück Vergangenheit für kommende Generationen bewahrt. Anlässlich des Jubiläums kam nun jenes Team, das vor zwei Jahrzehnten an der Entstehung der Chronik beteiligt war, wieder zusammen und ließ die gemeinsame Arbeit Revue passieren. „Für uns war die Mitarbeit an der Chronik einzigartig. Gemeinsam ist es uns gelungen, das Interesse der Bevölkerung an der Geschichte ihrer Heimat zu wecken und die Finanzierung auf die Beine zu stellen“, sagt Hans Rieger.

Auf seine Initiative hin kam es im Sommer 2002 zu ersten Gesprächen mit Lasnik, der seine Unterstützung für das Vorhaben gerne zusagte. Mit Hans Rieger, Georg Hiebler, August Neukam, Franz Schlatzer, Hermann Steirer, Werner Neukam, Josef Schmid, Franz Welle, Siegbert Zwanzger und Ferdinand Zwanzger begleitete ein zehnköpfiges Team die Entstehung der Chronik und organisierte zahlreiche Veranstaltungen, um die nötigen finanziellen Mittel für das Projekt aufzubringen. Unvergessen ist eine Kulturreise nach München, an der 45 Gradner teilnahmen.

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Die Ortschronik Graden wurde vor 20 Jahren veröffentlicht. Mit den übrigen Fotos gestaltete Irene Zwanzger ein großes Buch (links).
Die Ortschronik Graden wurde vor 20 Jahren veröffentlicht. Mit den übrigen Fotos gestaltete Irene Zwanzger ein großes Buch (links). © KLZ / Jakob Kriegl

19.000 Euro lukriert

Dank der vielen Aktivitäten und der von Rieger akquirierten Sponsorengelder kamen insgesamt 19.000 Euro für das Projekt zusammen. „Wir haben sogar einen Gewinn gemacht“, erzählt Rieger lachend. „Mit dem übriggebliebenen Geld haben wir eine Sprechanlage für alle Vereine angeschafft, die heute noch in Verwendung ist.“ Die Chronik gab zudem vielen Vereinen den Anstoß, sich mit ihrer eigenen Geschichte auseinanderzusetzen und diese niederzuschreiben.

Die Bevölkerung Gradens hat eine besondere Beziehung zu ihrer Heimatgemeinde. Diese Verbundenheit bleibt auch nach einem Umzug bestehen.

— Ernst Lasnik, Historiker

Der große Einsatz aller Beteiligten spiegelte sich schließlich in den Verkaufszahlen wider. „Schon am ersten Tag haben wir 353 Bücher verkauft, der Verkauf hat eine Dynamik erfasst, die wir nie erwartet hätten“, sagt Rieger. Derzeit sind nur noch wenige Exemplare in der Stadtgemeinde Köflach erhältlich. Für Lasnik zeigt das große Interesse, wie eng die Menschen mit ihrer Heimat verbunden sind. „Auch wenn sie wegziehen, bleibt ihre Verbundenheit mit Graden bestehen“, so der Historiker.

Ein Exemplar ging nach Australien

Nicht umsonst kamen Gäste aus Deutschland zur Präsentation der Chronik nach Graden, bei der auch die Gradner Tracht vorgestellt wurde. Ein Buch wurde sogar zu einem Verwandten nach Australien geschickt. Die Mitglieder des „Chronik-Teams“ haben unzählige historische Fotos eingescannt, „weil jeder wollte, dass sein Foto in der Chronik abgebildet wird“, erzählt Georg Hiebler. Mit den übrigen Fotos hat Irene Zwanzger ein großes Buch gestaltet. „Dieses war zwischenzeitlich dreieinhalb Jahre lang verschwunden, ist dann aber wieder aufgetaucht“, erzählt Rieger.

Das „Chronik-Team“ würde sich wünschen, dass sich jemand findet, der das Buch weiterführt und um die Ereignisse der letzten 20 Jahre ergänzt, in denen unter anderem die Eingemeindung in die Stadtgemeinde Köflach erfolgte. Lasnik hat die jüngste Geschichte des Orts in der Köflach-Chronik aufgearbeitet, die letztes Jahr erschienen ist.