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90 Jahre evangelische Kirche in Jenig wurden gefeiert

400 Schilling reichten aus, um den Spatenstich für die evangelische Kirche in Jenig bei Hermagor vorzunehmen. Superintendentin Andrea Mattioli feierte mit Gläubigen den Jubiläumsgottesdienst.

Hans Hohenwarter, Andrea Mattioli, Herbert Neuwirth, Hans Hecht, Margarethe Prinz-Büchl und Leopold Astner
© Leopold Salcher
Hans Hohenwarter, Andrea Mattioli, Herbert Neuwirth, Hans Hecht, Margarethe Prinz-Büchl und Leopold Astner
Leopold Salcher

Vor 90 Jahren erfüllten sich die evangelischen Christen in Rattendorf-Jenig im Gailtal einen großen Traum. Sie bauten sich dank gewaltiger Eigenleistungen ihre eigene Kirche. „Der Kirchgang nach Watschig war oft nicht möglich, weil gleich zwei ungezügelte wilde Gewässer, der Doberbach und die Oselitze, zu oft den Weg versperrten“, erzählte Chronist Hans Hohenwarter aus der Gründungszeit. Schon vor dem 1. Weltkrieg wurden Pläne für eine Kirche geschmiedet und Geldmittel gesammelt, die allerdings im 1. Weltkrieg ihren Wert verloren. Anfang der 1930er-Jahre flammte der Neubau-Wunsch wieder auf. Treibende Kräfte waren der kaiserliche Rat Jakob Themeßl, ein Rattendorfer, und Jakob Schabus als Bürgermeister.

Viele gestalteten den Gottesdienst mit

Dann ging es Schlag auf Schlag: 1933 erfolgte die Gründung der evangelischen Kirchengemeinde Rattendorf-Jenig als Tochtergemeinde der Mutter- und Pfarrgemeinde Treßdorf, zwei Jahre später kam es bei einem Kontostand von 400 Schilling zu Spatenstich und Grundsteinlegung und schon im Juli 1936 durfte Superintendent Johannes Heinzelmann den Kirchen-Neubau einweihen. Die Mauern wurden mit Steinen aus umliegenden Wildbächen errichtet, das Holz für Dach und Turm stellten die Bauern zur Verfügung. 2006 wurde es Zeit, den Kirchenbau einer Renovierung zuzuführen.

Den Jubiläumsgottesdienst in der vollen Kirche feierten Pfarrer Hans Hecht gemeinsam mit Superintendentin Andrea Mattioli, umrahmt wurde die Feier von Kindern, einem Projektchor und Diözesankantor Martin Lehmann  an der Orgel. Unter den Gratulanten: Bürgermeister Leopold Astner (ÖVP), Dechant Andreas Tonka und Superintendentialkuratorin Margarethe Prinz-Büchl. Kurator Herbert Neuwirth lud nach der kirchlichen Feier zu einem gemütlichen Zusammensein und Ausklang in das Gemeinschaftshaus Rattendorf.