Maturaball als Mammutaufgabe: „Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger“
Bis Ende Mai 2027 wird in Klagenfurt wieder auf diversen Schulbällen getanzt. Behördenauflagen und die Finanzierung bereiten den Organisatoren aber immer größere Sorgen.

Wenn die ersten Takte der Polonaise erklingen, die Lichter erstrahlen, die Maturantinnen und Maturanten würdevoll über das Tanzparkett schreiten und die Familien stolz und gerührt zugleich am Rand stehen, ist der schwierigste Teil bereits geschafft – nämlich die Vorbereitung des Maturaballs, der absolute Höhepunkt jeder Schullaufbahn. Von Mitte Oktober bis Ende Mai nächsten Jahres geht es auf den Tanzflächen in Klagenfurt und am Wörthersee rund. Doch hinter jedem ausgelassenen Ballabend steckt eine akribische, monatelange Vorbereitung.
„Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger“, bringt es Barbara Graber, Direktorin der Bundesbildungsanstalt und Kolleg für Elementarpädagogik (BAfEP) in Klagenfurt, auf den Punkt. Seit fünf Jahren begleitet sie als Coach die Maturantinnen und Maturanten ihrer Schule bei den Vorbereitungen – von der Abstimmung, ob überhaupt ein Ball stattfinden soll, bis zum glanzvollen Abend. Aber: „Ohne 50.000 Euro auf der Seite, brauchen wir nicht einmal aufsperren.“

Über 5000 Euro für Saalmiete, Technik und Co.
Mit jeweils 5000 bis 7000 Euro schlagen sich die Posten für Saalmiete, Technik, Musik und Security zu Buche. „Jede 50-Euro-Spende ist dabei hilfreich“, führt die Schulleiterin aus. Geld fließt in erster Linie aus dem Kartenverkauf, dem Kuchenbuffet, der Sekt- und Snackbar, dem Glückshafen und den Sponsoren zurück.
In dieser Ballsaison kümmern sich insgesamt 94 Schülerinnen und Schüler von insgesamt vier BAfEP-Abschlussklassen um die Organisation des Balls, der am 19. April unter dem Motto „Golden Memories – Sparkling Future“ in der Messehalle über das Parkett geht. Unterstützt werden sie von „Headcoaches“, allesamt Mitglieder des Lehrerkollegiums. Die Fäden laufen bei Graber zusammen.
Aktuell ist eine eigene Instagram-Seite im Aufbau, um fest die Werbetrommel für den Abend zu rühren. Die Tanzschule, die sich für die Polonaise verantwortlich zeigt, die Band und die DJs sind bereits gebucht. So wird Punkt für Punkt abgearbeitet – und das neben dem Schulalltag. „Das ist schon ein enormer Aufwand und eine Belastung“, weiß Graber, die die Ballorganisation als wertvolle Erfahrung für die Schülerinnen und Schüler beschreibt.
Mit 3000 Besuchern rechnet man beim Ball der HTL Mössingerstraße, der am 22. Mai in der Messehalle stattfindet und den Abschluss einer rauschenden Ballsaison bildet. Stefan Amlacher begleitet als Vertreter des Absolventenverbandes das 30-köpfige Ballkomitee bei der Organisation. Besagter Verband kann auf jede Menge Erfahrung zurückgreifen. Dennoch sei man vor Überraschungen nicht gefeit. „Die Auflagen ändern sich laufend“, weiß er aus dreijähriger Erfahrung. Die Vorbereitungen beginnen bereits im Oktober, alleine drei Tage nimmt der Aufbau in Anspruch.
Ballkalender
Planungen für 2029 laufen
Während sich die rund 50 Maturantinnen und Maturanten des BG/BRG Lerchenfeld auf ihren Ball am 2. April im Klagenfurter Konzerthaus freuen, denkt Gloria Kosta-Haslinglehner an das Jahr 2029. „Wir suchen einen Termin und die Location zwei Jahre im Voraus“, erklärt die stellvertretende Obfrau des Elternvereines, der sich für die Organisation des Schulballs verantwortlich zeigt.
Gemeinsam mit der Vorsitzenden Ulrike Reinöhl arbeitet sie das Standardprozedere ab und kümmert sich um AKM, Rettung, Feuerwehr, Security und vieles mehr. In unzähligen Treffen und Telefonaten bis spät in die Nacht holt sie die „jungen Erwachsenen“ zusammen, die sich um die Plakate, Preislisten, Tombolapreisen, Dekoration oder Sponsoren kümmern. Denn ohne Letztere geht gar nichts.

„Die Fixkosten sind bei weitem nicht mit den Eintrittsgeldern gedeckt“, weiß Kosta-Haslinglehner. Weil der Verein hinter dem Ball steht, darf auch nicht gewinnorientiert gearbeitet werden. „Wir sind froh, wenn wir mit Null austeigen“, so die Organisatorin. „Uns ist viel wichtiger, wenn wir einen schönen Abend haben.“