Britische Polizei: Attentat auf Farage war geplant
Ein des Mordes an der britischen Ex-Ministerin Ann Widdecombe beschuldigter 28-Jähriger wird wegen weiterer Anschlagspläne - unter anderem gegen den Rechtspopulisten, die Brexit-Galionsfigur Nigel Farage - strafrechtlich verfolgt. Der Brite Joshua Kerry sei wegen der Vorbereitung terroristischer Handlungen angeklagt, die zwischen dem 31. Mai 2024 und dem 8. Juli 2026 stattgefunden haben sollen, teilte die Polizei am Freitag mit.
Polizeivertreterin Vicki Evans sprach von "äußerst intensiven und komplexen Ermittlungen". Kerry soll am 7. Oktober vor einem Londoner Amtsgericht erscheinen, hieß es in der Polizeierklärung. Er war am 11. Juli festgenommen worden - zwei Tage nach dem Mord an Widdecombe.
"Ein Angriff auf einen Politiker ist ein Angriff auf uns alle", schrieb Innenministerin Shabana Mahmood auf X und sprach Farage und dessen Familie ihr Mitgefühl aus. "Dieser Fall wirft ernste Fragen hinsichtlich der Sicherheit von Personen im öffentlichen Leben auf", fügte die Labour-Politikerin hinzu.
Die 78-jährige rechte Politikerin und prominente Brexit-Befürworterin Widdecombe war am 9. Juli tot in ihrem Haus im Südwesten Englands aufgefunden worden. Kerry wird vorgeworfen, Widdecombe 21 Mal mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen zu haben und anschließend mit ihrer Geldbörse geflohen zu sein. Da sich die Hinweise auf eine politische Tat verdichteten, übernahm eine Anti-Terror-Einheit der Polizei die Ermittlungen.
Widdecombe saß von 1987 bis 2010 für die Konservativen im britischen Parlament. 2019 trat Widdecombe der Brexit-Partei von Farage bei, von 2019 bis zum Austritt Großbritanniens aus der EU 2020 war sie Europaabgeordnete.