Neue Masche: Betrüger holen Bankomatkarten von Kärntnern daheim ab
Täter setzen Opfer zunächst am Telefon massiv unter Druck. In einem Fall rückte die Polizei an und erwischte mehrere Täter.

Ein 69-jähriger Mann aus dem Bezirk Hermagor ist am Dienstag Opfer eines Telefonbetrugs geworden. Das teilte die Landespolizeidirektion Kärnten am Freitag mit. Unbekannte Täter gaben sich als Mitarbeiter einer Bank aus und behaupteten, das Konto des Mannes sei gehackt worden. Bereits mehrere unrechtmäßige Abbuchungen seien erfolgt. Die Täter setzten den Mann in weiterer Folge unter Druck und veranlassten ihn, insgesamt vier Überweisungen auf österreichische Konten zu tätigen. Dabei entstand ein Schaden in der Höhe eines fünfstelligen Eurobetrages.
Doch damit gaben sich die Betrüger offenbar nicht zufrieden. Ein vermeintlicher Bankmitarbeiter forderte den 69-Jährigen anschließend auf, seine Bankomatkarte samt Code vor seinem Wohnhaus zur Abholung zu hinterlegen. Der Mann erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizeiinspektion Hermagor. Die Polizei leitete umgehend eine koordinierte Maßnahme ein. Am Mittwoch gegen 2 Uhr früh konnten schließlich vier Tatverdächtige im Alter von 20 und 21 Jahren bei der versuchten Abholung der Bankomatkarte im Nahbereich des Wohnhauses festgenommen werden. Alle vier Verdächtigen sind laut Polizei in Wien wohnhaft.
Eine weitere männliche Person, die sich ebenfalls als Abholer vor Ort befand, konnte hingegen flüchten. Eine sofort eingeleitete Fahndung verlief bislang ohne Erfolg. Die vier Festgenommenen wurden nach Anordnung der Staatsanwaltschaft Klagenfurt in die Justizanstalt Klagenfurt überstellt.
Ähnlicher Fall in Villach
Ein ähnlicher Fall ereignete sich auch in Villach. Eine 68-jährige Frau wurde zwischen 28. September und 2. Oktober Opfer bislang unbekannter Betrüger. Ein Mann gab sich telefonisch als Mitarbeiter einer IT-Sicherheitsfirma aus und behauptete, das Bankkonto der Frau sei gehackt worden. Unter diesem Vorwand entlockte er ihr einen per SMS übermittelten Code.
Am Donnerstag gegen 22.15 Uhr erschien schließlich ein unbekannter Mann an der Wohnadresse der Frau und übernahm ein Kuvert mit den Bankomatkarten der Frau und ihres Ehemannes sowie einem Zettel mit den zuvor bekannt gegebenen Codes. Am nächsten Tag wurde der Betrug bei der Bank bemerkt. Dabei wurden drei unrechtmäßige Abbuchungen festgestellt. Der Gesamtschaden beläuft sich auf einen fünfstelligen Eurobetrag.