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Flugzeug landete auf Autobahn: „Mich kann nichts mehr erschüttern“

Jene Feuerwehrleute, die im Vorjahr ein Kleinflugzeug von der A2 abgeschleppt haben, bekamen den Ö3-Verkehrs-Award. Kommandant Michael Miggitsch über den Preis, sein Team und den Wert der Freiwilligkeit.

Für die spektakuläre Flugzeugbergung 2025 auf der Südautobahn bei Villach verlieh Ö3 den Feuerwehrleuten jetzt den Verkehrs-Award
© Bezirksfeuerwehrkommando Villach-land
Für die spektakuläre Flugzeugbergung 2025 auf der Südautobahn bei Villach verlieh Ö3 den Feuerwehrleuten jetzt den Verkehrs-Award
Winnie Faust

Als Ende November 2025 ein Kleinflugzeug wegen eines Motorproblems auf der Südautobahn notlanden musste, rückten sieben Feuerwehren aus. Das Bezirksfeuerwehrkommando Villach Land zog die Maschine im Schritttempo von der A2. Jetzt wurden die Kameraden dafür mit dem Ö3-Verkehrs-Award ausgezeichnet.

Einer der Männer, die damals im Einsatz standen, ist Feuerwehrkommandant Michael Miggitsch. Über die Ehrung verliert der 58-Jährige allerdings nicht viele Worte. „Auf den Mist werd‘ ich ihn nicht haun“, sagt er und grinst. Viel wichtiger sei ohnehin die Mannschaft: „Ich bin nur der Häuptling von Indianern. Und ohne Indianer bin ich nichts.“

Michael Miggitsch, Abschnittsfeuerwehrkommandant des Abschnitts Dreiländereck und Gemeindefeuerwehrkommandant von Arnoldstein
© Gemeinde Arnoldstein
Michael Miggitsch, Abschnittsfeuerwehrkommandant des Abschnitts Dreiländereck und Gemeindefeuerwehrkommandant von Arnoldstein

Er ist kein Mann für große Reden, sondern für klare Ansagen. Wenn bei einem Einsatz nur fünf Minuten bleiben, um eine Entscheidung zu treffen, sei keine Zeit für langes Diskutieren. „Zack, zack“, müsse es gehen.

FF Arnoldstein
© FF Arnoldstein
FF Arnoldstein

Seit 43 Jahren ist Michael Miggitsch bei der Freiwilligen Feuerwehr. Seit 2003 steht er an der Spitze des Stützpunktes Arnoldstein, seit 23 Jahren ist er Gemeindekommandant, seit 2015 Abschnittskommandant des Dreiländerecks. Rund 200 Einsätze im Jahr erlebt er mit seinen Leuten – Verkehrsunfälle, Brände, Hochwasser, Personenbergungen. „Mich kann nichts mehr erschüttern. Ich habe zu viel gesehen und erlebt.“ 

Video vom Einsatz

Seit 1999 bildet er Feuerwehrleute aus. Streng sei er, gibt er zu. Wer dabei sein wolle, müsse etwas können und Einsatz zeigen. Gleichzeitig ist da dieser Stolz, wenn er von seinem Team spricht. Hauptberuflich ist er als Bauamtssachverständiger der Marktgemeinde Arnoldstein tätig. Daneben widmet er rund 20 Stunden pro Woche seinen Funktionen bei der Feuerwehr.

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© Bezirksfeuerwehrkommando Villachland

Kommandant zu sein bedeutet für ihn weit mehr, als bei einem Einsatz die Richtung vorzugeben. „Man ist ein bisschen der Papa“, sagt Miggitsch. Einer, der auch mal sagt: „Komm, gehen wir reden! “Moral ist für ihn wichtig. Heute wolle kaum noch wer Verantwortung übernehmen. Tag und Nacht erreichbar zu sein, bei jedem Wetter auszurücken. „Wir können froh sein, dass wir so ein freiwilliges System wie die Feuerwehr haben“, sagt Miggitsch.

Nächstes Jahr gibt er seine Funktionen als Gemeinde- und Abschnittskommandant ab. Der Feuerwehr bleibt er trotzdem treu.