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Zwei Jobs, drei Paare und ein Happy End im Stadttheater Klagenfurt

Ronny Jakubaschk inszeniert am Stadttheater Klagenfurt Goldonis „Der Diener zweier Herren“ in der kongenialen Fassung von H. C. Artmann und Herbert Wochinz. Premiere ist am 8. Oktober.

Ein eingespieltes Team: Alexander Jagsch, Doris Hindinger und Ronny Jakubaschk
© Markus Traussnig
Ein eingespieltes Team: Alexander Jagsch, Doris Hindinger und Ronny Jakubaschk
Marianne Fischer
Leitung Kultur & Medienressort Kärnten

„Die Fassung zeichnet sich durch einen sehr speziellen, sehr liebevollen Humor aus, der aber auch naiv daherkommen kann“, sagt Ronny Jakubaschk. Der deutsche Regisseur inszeniert Goldonis Lustspiel „Der Diener zweier Herren“. Gespielt wird am Stadttheater Klagenfurt die Fassung, die der langjährige Intendant am Haus, Herbert Wochinz (1925 bis 2012), gemeinsam mit H. C. Artmann geschaffen hat: „Diese Fassung versucht, dem Original nahe zu kommen. Das ist auf angenehme Art und Weise uneitel, dabei aber auch zeitlos und sehr gültig“, sagt Jakubaschk, der erstmals am Haus inszeniert: „Ich habe Schauspieldirektor Hans Mrak vor 20 Jahren bei einer gemeinsamen Arbeit in Wien kennengelernt. Und weil sich jetzt mein Lebensmittelpunkt ein bisschen nach Wien verlegt hat, habe ich mich sehr gefreut, dass er mich eingeladen hat, hier diese Komödie zu machen.“

Auch sein Schauspiel-Ensemble hat er erst in Klagenfurt kennengelernt. Zum Interview hat er Alexander Jagsch und Doris Hindinger mitgebracht, das Paar hat schon häufig am Haus gearbeitet. Als Diener Truffaldino ist Jagsch immer knapp bei Kasse und sucht sich deshalb einen zweiten „Herren“, was zu allerlei Verwicklungen führt. „Das ist unheimlich aktuell, denn es gibt immer mehr Menschen, die zwei Jobs brauchen, um sich über Wasser zu halten", sagt der gebürtige Wiener.

Zum Stück

Der Diener zweier Herren. Lustspiel von Carlo Goldoni. Fassung H. C. Artmann/Herbert Wochinz. Premiere 8. Okt., 19.30 Uhr, Stadttheater Klagenfurt. Termine bis 4. Dez.
Karten: Tel. (0463) 54 064.
www.stadttheater-klagenfurt.at

Und Doris Hindinger, die die Zofe Smeraldina spielt, ergänzt: „Durch diese Not entsteht aber auch eine innere Verbindung zum Publikum, weil man sich wiedererkennt in gewissen Figuren. Smeraldina ist weder verheiratet, noch hat sie Kinder, noch hat sie Geld auf der Seite, sie hat eigentlich gar nichts.“ Aber dann trifft sie auf Truffaldino und die beiden verlieben sich: „Das macht eine neue Perspektive auf, denn weil in unserem Fall die Rollen älter besetzt sind, zeigen wir, dass man auch später noch sein Glück finden kann“, so Jagsch.

Überhaupt überwinden in Goldonis Komödie gleich drei Paare „unglaubliche Hindernisse. Das Stück beginnt ja eigentlich mit einem Happy End, dann müssen alle durch Veränderungen der Verhältnisse und am Ende ist alles gut, auch wenn man es zwischendurch nicht für möglich gehalten hätte“, fasst Jakubaschk zusammen: „Hier schaffen es Menschen gegen die Umstände, die sehr patriarchal geprägt sind vom Wunsch der Männer nach Geld und Geschäften, das Gemeinsame nicht aufzugeben. Und das ist eine schöne Utopie.“ Und diese Utopie bringe, so Hindinger, „eine große Freude. Freude ist immer gut. Positives Denken ist immer gut. Lachen ist immer gut.“

Zu den Personen

Ronny Jakubaschk. Geb. 1979 in Guben. Seit 2009 freischaffender Regisseur, inszenierte an zahlreichen deutschen Staatstheatern. Seine Arbeiten wurden zu diversen Theatertreffen und Festivals eingeladen. 2026 auch Juror des Heidelberger Stückemarkts.
Doris Hindinger. Geb. 1972 in Wels. Freie Schauspielerin für Theater, Film und Fernsehen (u.a. „Walking on Sunshine“, „Tatort“, „Vier Frauen und ein Todesfall“)
Alexander Jagsch. Geb. 1970 in Wien. Schauspieler (u.a. TV-Serien „Schlawiner“, „CopStories“, „Beasts Like Us“). Außerdem Autor und Regisseur.