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300 in Osttirol: Land fordert Kontrolle für Airbnb-Betriebe

Die Landesregierung will digitale Registrierungspflicht für Airbnb-Unterkunftgeber einführen. Für den Tourismusverband Osstirol ist diese Plattform eine Grauzone.

In Osttirol werden zahlreiche Betten über Airbnb vermietet 
© Michaela Ruggenthaler
In Osttirol werden zahlreiche Betten über Airbnb vermietet 
Michaela Ruggenthaler

Sie ist eigentlich nicht mehr ganz jung, die Airbnb-Plattform für Vermietung und Unterkunft. Schon 2008 wurde sie in Silicon Valley (USA) gegründet. Sowohl private als auch gewerbliche Nutzende mieten und vermieten hierbei, mittlerweile gegen eine Gebühr, Räumlichkeiten, ohne dass Airbnb dabei rechtliche Verpflichtungen übernimmt. Seit der Gründung im Jahr 2008 bis zum März 2020 wurden über das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 900 Millionen Übernachtungen gebucht. Inzwischen ist die Plattform eines der wertvollsten Unternehmen weltweit – gemessen an der Marktkapitalisierung.

Vor allem bei den Jungen ist Airbnb beliebt – für Unterkünfte rund um die Welt. Und Osttirol ist hier nicht außen vor, sondern wie Zahlen belegen, mittendrin. Im Bezirk werden zahlreiche Unterkünfte über diese Buchungsplattform angeboten – von Zedlach bis nach Innervillgraten, von Kals bis Obertilliach. 325 waren es auf der Buchungsplattform am vergangenen Dienstag, 297 am Mittwoch. Das zeigt, dass es hier Bewegung gibt.

Blanik: „Geschäftemacherei mit Airbnb ist einzudämmen“

Für die Tiroler Landespolitik ist Airbnb ein Reizwort, weil dahinter illegale Kurzzeitvermietung vermutet wird. Dagegen will die schwarz-rote Landesregierung nun vorgehen. Geplant ist eine digitale Registrierungspflicht für Unterkunftsgeber, die Wohnungen an Touristen vermieten wollen, was wiederum einer Genehmigung seitens Baubehörde bedarf. „Das zerrt nicht nur ans Licht, ob vorgeschriebene Abgaben bezahlt werden, sondern auch, ob die Wohnung überhaupt derart über Airbnb und Co. vermietet werden darf“, begrüßt die SPÖ-Wohnbausprecherin im Tiroler Landtag, Elisabeth Blanik, die geplante Maßnahme.

„Die Geschäftemacherei mit wertvollem Tiroler Wohnraum über Online-Plattformen wie Airbnb ist unbedingt einzudämmen“, betont Blanik. Sie unterstreicht weiter: „Die Registrierungspflicht ist hier ein weiterer, sinnvoller Schritt. Wichtig für leistbares Wohnen, aber auch für die Lebensqualität insgesamt. Weil es die Leute zurecht ärgert, wenn sich in der Nachbarswohnung fremde Personen die Klinke in die Hand geben, die Wohnqualität und das Miteinander verloren gehen.“ Redliche Privatzimmervermietung, wie sie gerade im ländlichen Tiroler Raum verwurzelt ist, ist dabei nicht im Visier: „Tourismus soll seinen Platz haben. Aber nicht in Wohnsiedlungen, wo Kurzzeitvermietung zurecht verboten ist.“

Theurl: „Airbnb ist eine wichtige Vermietungsschiene“

Die Airbnb-Auswüchse zeigt auch der Innsbrucker SP-Stadtparteichef Benjamin Plach auf. Genauso wie die damit verbundenen Tricks. „Es ist mittlerweile einfach nur mehr schamlos. Oft werden gleich mehrere Wohnungen in einem Gebäude auf Airbnb tageweise verschachert, die Schlüssel gibt’s per Code vom Fahrradständer – menschlicher Kontakt: Fehlanzeige. Das ist ein Geschäftsmodell, das direkt auf Kosten der einheimischen Bevölkerung geht und deshalb abzudrehen ist“, befürwortet Plach die geplante Registrierpflicht.

Franz Theurl, Obmann des Tourismusverbands Osttirol
© Michaela Ruggenthaler
Franz Theurl, Obmann des Tourismusverbands Osttirol

Franz Theurl, der Obmann des Tourismusverbandes Osttirol, sagt: „Airbnb ist der Landesregierung ein Dorn im Auge, weil sie da draufzahlen in puncto Erfassung.“ Für ihn sind über 300 Unterkünfte über Airbnb in Osttirol bei gewerblichen und privaten Vermietern eine recht hohe Zahl. Dass solche Unterkünfte im Angebot sind, wähnt er als gut. „Airbnb ist auch für uns eine große und wichtige Vertriebsschiene. Gott sei Dank bieten viele über diese Schiene ihre Betten an. So wird auch eine bessere Auslastung erzielt“, stellt Theurl fest. Über Airbnb würden im Bezirk sehr viele Nächtigungen generiert. Abschätzen kann er das aber nur über die Zahl der angebotenen Unterkünfte. Airbnb ist für den Tourismusverband eine Grauzone. Theurl: „Wir können nicht verifizieren, wer über welche Plattform kommt. Dabei wäre das marketing- und vertriebstechnisch sehr wichtig.“