Was bisher zum mutmaßlichen Anschlag auf Flydubai-Flug bekannt ist
Nach einer mutmaßlichen Messerattacke im Cockpit musste ein Flydubai-Flug nach Tel Aviv in Saudi-Arabien notlanden. Israelische Behörden vermuten einen Terrorakt.
Planmäßig hätte das Flugzeug des Betreibers Flydubai mit 180 Passagieren um 8.22 Uhr Ortszeit in Tel Aviv landen sollen, war aber eine Stunde zuvor – noch im Luftraum Saudi-Arabiens – in einen steilen Sinkflug geraten. Darauf wurde zunächst ein allgemeines Notrufsignal aus dem Flugzeug abgegeben, einige Minuten später ein Notrufsignal, das auf eine Flugzeugentführung hindeutete.
Wie die Jerusalem Post berichtet, wird hinter dem Vorfall von der israelischen Armee (IDF), dem israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad und dem israelischen Inlandsgeheimdienst Shin Bet ein geplanter Terrorakt vermutet. Ebendiese Darstellung verstärkte am frühen Nachmittag auch Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir, der von der Tat eines „Terroristen“ sprach.
Luftwaffe schickte Kampfflugzeuge
Wie das israelische Internetportal Walla berichtet, schickte die israelische Luftwaffe (IAF) vorsorglich Kampfflugzeuge zu dem betroffenen Passagierflieger und erhöhte die Alarmbereitschaft. Des Weiteren wurde der Luftraum vorläufig gesperrt und erst wieder freigegeben, nachdem das Flugzeug am Flughafen Prinz Sultan bin Abdulaziz im saudi-arabischen Tabuk gelandet war.
Laut offiziellen Angaben arbeiteten israelische Behörden gegen Mittag noch daran, die Identität des Piloten, der eine Messerattacke verübt haben soll, zu ermitteln. Dabei wurde dem Verdacht nachgegangen, dass der Pilot, der seinen Kollegen angegriffen haben soll, aus dem Nahen Osten stammen könnte. Sie sollen aus dem Oman bzw. den Vereinigten Arabischen Emiraten kommen.
Zuvor kursierende Nachrichten, wonach es sich bei Pilot und Co-Pilot um einen russischen und ukrainischen Staatsbürger gehandelt haben soll, wurden hingegen widerrufen.
Flughafen: Piloten verletzt, Passagiere unversehrt
In einer vom Flughafen Tabuk veröffentlichten Erklärung wurde bestätigt, dass sowohl der Pilot als auch der „Erste Offizier“ – ob hier der Co-Pilot gemeint ist, ist allerdings unklar – bei dem Vorfall verletzt und nach der Landung des Flugzeugs zur medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht wurden. Die Ursache ihrer Verletzungen wurde in der Erklärung nicht erläutert.

Gegenüber der israelischen Zeitung Haaretz berichteten Passagiere von Panik, Schreien und einer Schlägerei im Cockpit, im Zuge derer „drei oder vier Menschen“ mit ihrem Eingreifen das Leben der 180 Passagiere gerettet haben sollen. Gegenüber mehreren israelischen News-Portalen sprachen Passagiere, die körperlich unversehrt geblieben sein sollen, von einer psychischen Ausnahmesituation und Schockreaktionen.
Währenddessen sind in den sozialen Medien mehrere Videos aufgetaucht, die das Geschehen an Bord der Maschine zeigen sollen.
Passagiere schildern Vorfall
Wie Walla berichtet, ist in einem anderen Video, das ein Passagier veröffentlicht haben soll, ebendieser mit blutüberströmtem Gesicht zu sehen, der – noch in der Luft – erklärte, dass jemand versucht habe, das Flugzeug zu entführen: „Alle an Bord sind wohlauf, außer dem Piloten – wir brauchen Hilfe!“, betonte er. In einem weiteren Video filmte ebendieser Passagier den verletzten und bewusstlosen Piloten und erklärte: „Das ist der Pilot, den sie ermorden wollten – wir beschützen ihn.“
Wie ein Passagier gegenüber der Jerusalem Post erklärte, soll sich das Flugzeug bereits im Sinkflug befunden haben, als ein Pilot den anderen mit einem Messer angriff und versuchte, diesen aus dem Cockpit zu drängen. Im Zuge dessen soll es mehreren Passagieren gelungen sein, den Angreifer und mutmaßlichen Terroristen zu überwältigen, während sich ein an Bord befindlicher Zahnarzt den anderen Piloten aufgrund seiner schweren Verletzungen behandelt haben soll.
Weiter offene Fragen
Ein auf der Social-Media-Plattform X kursierendes Foto soll das betroffene Flugzeug mit beschädigtem Heck zeigen. Vermutet wird, dass der Schaden am Seitenruder aufgrund des raschen Höhenverlusts erfolgt sei. Genauere Informationen dazu drangen von offizieller Seite bislang noch nicht an die Öffentlichkeit.
Wie die unplanmäßige Landung in Saudi-Arabien konkret vollzogen wurde, ist bislang nicht bekannt. In einem Bericht des Onlineportals Walla ist von weiteren Piloten die Rede, die sich während des Vorfalls im Cockpit noch im hinteren Bereich des Flugzeugs aufgehalten haben und zunächst geschockt reagiert haben sollen.
Ob im Zuge des Vorfalls tatsächlich ein Messer zum Einsatz kam, ist aufgrund widersprüchlicher Medienberichte unklar, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.
Feststeht: Der Vorfall ist nicht der erste dieser Art. Ähnliches hatte sich zuletzt im September 2025 ereignet, als ein Flugzeug auf seinem Weg von Israel in die Vereinigten Arabischen Emirate in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad notlanden musste.