Nur eine hohe Strafe für Manchester City bewahrt die Glaubwürdigkeit
Manchester City wurde im Finanzskandal in 114 der 115 Anklagepunkte schuldig gesprochen. Die Premier League hat nun die Chance, ein Zeichen zu setzen.
Es war einer der kometenhaftesten Aufstiege der Fußball-Geschichte, der in den letzten Jahren geschah. 2008 wurde der damalige englische Mittelfeld-Klub Manchester City von einem Investment-Unternehmen aus Abu Dhabi übernommen und schaffte seither den Sprung zu einem der erfolgreichsten Klubs der Gegenwart – nun aber steht man vor einem Scherbenhaufen. In 115 Punkten wurde der Verein angeklagt, zwischen 2009 und 2018 gegen die Finanzregeln der englischen Premier League verstoßen zu haben. In 114 dieser folgte nun ein Schuldspruch. Manchester City soll unter anderem durch Scheinverträge mit Sponsoren die Einnahmen künstlich erhöht haben. Die Summe um die es geht? Rund eine Milliarde Euro.
Die Bestrafung für den Verein steht noch nicht fest. Von Geldstrafen über Punkteabzüge oder aberkannte Meisterschaften bis hin zu einem Zwangsabstieg wird alles diskutiert. Drei Meisterschaften der Himmelblauen fallen in die Zeit, dazu noch ein Cuptitel. Außerdem ist fraglich, ob nach dem Untersuchungszeitraum alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Die Premier League hat nun die Chance, einen der wohl größten Betrugsfälle der Fußballgeschichte angemessen zu sanktionieren und allen weiteren Mega-Klubs zu zeigen, dass sie nicht schalten und walten können, wie es ihnen passt. Bei einem weiteren Kniefall vor einem staatlich unterstützten Klub würde wohl der letzte Fairnessgedanke des Fußballs in England ad absurdum geführt.