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Hart Beat: Harter Neos legen Gemeindedokumente per KI-Tool offen

Mit „Hart Beat“ veröffentlichen die Harter Neos ein KI-Tool, welches das Gebaren der Gemeinde transparent machen soll. User können mit KI-Suche Dokumente der Gemeinde durchsuchen.

Screenshot der Website mit Suchfeld und tags
© kk
Mit einem neuen KI-Tool wollen die Harter Neos die Gemeinde transparenter machen
Michael Suntinger
Bundesland Steiermark | Graz

Eishalle, Rüsthaus, Radweg, Livestream – eine Vielzahl an Themen hält die Gemeindepolitik auf Trab in Hart bei Graz. Bürgerinnen und Bürger können da schon mal den Anschluss verlieren an das, was in ihrer Heimatgemeinde passiert. Um den Einstieg zu erleichtern, launcht Hart jetzt eine Datenbank mit Infos aus der Gemeinde. Hart Beat macht Beschlüsse, Protokolle, Budgets und Verträge aus dem Gemeinderat per KI durchsuchbar. Userinnen und User sollen so einfacher die Infos finden, die sie suchen.

„Ich habe alles in der Datenbank hinterlegt, was ich aus den letzten elf Jahren habe“, erzählt Jochen Kotschar von den Harter Neos. Hart Beat ist sein Projekt. Seit 2015 sitzt Kotschar auf einem Ticket der Neos im Gemeinderat. Sein Archiv macht der IT-ler jetzt allen zugänglich. „Das Tool habe ich selbst programmiert. Es gibt keine Cookies, alles ist DSGVO-konform und in Österreich gehosted“, erklärt er. Für die KI-Suche verwendet Hart-Beat das Modell Claude des US-Herstellers Anthropic.

Tauziehen um Transparenz

Die interaktive Datenbank ist ein Versuch, für mehr Transparenz in der Gemeindeverwaltung zu sorgen. Das Thema ist ein leidiger Dauerbrenner in Hart. Seit über einem Jahr ringt der Gemeinderat um eine Geschäftsordnung und um einen Livestream, der abgeschafft wurde, nachdem man in der Corona-Zeit damit Vorreiter unter kleineren Gemeinden war.

Vergangene Woche sprengte das Thema sogar eine Sitzung des Gemeinderats. Die oppositionelle Bürgerliste verließ vor einer Abstimmung demonstrativ den Saal, was die Sitzung abrupt beendete. „Ich habe den Vorfall zum Anlass genommen und mir überlegt, wie man Transparenz besser umsetzen könnte, Livestream hin oder her“, meint Kotschar. Aus seiner Sicht sei das Tool das „Maximum, das an Transparenz möglich ist“.

Foto von Jochen Kotschar im harten Gemeinderat. Er lächelt jemanden außerhalb des Bildes an
© Mag. Plankenauer
Neos-Gemeinderat Jochen Kotschar ivon den Neos hat Hart Beat programmiert

An dieser Stelle sei erwähnt, dass das Informationsfreiheitsgesetz Gemeinden mit mehr als 5.000 Einwohnern , wie Hart bei Graz, seit etwa einem Jahr ohnehin zwingt, Informationen von allgemeinem Interesse, wie Sitzungsprotokolle, Amtsblätter und ähnliches, proaktiv zu veröffentlichen.

Sein Tool biete dafür in Zukunft den Rahmen , meint Kotschar. Bisher ist es aber nur sein privates Archiv, das Harterinnen und Harter KI-gestützt durchsuchen können. Das besteht immerhin aus circa 3.000 Protokollseiten, mehr als 1.000 Tagesordnungspunkten und 68 Budgets aus fast 100 Sitzungen der letzten elf Jahre.