Bier für Brucker Kirchendachsanierung: „Jetzt sind wir dicht“
Um das Dach der Minoritenkirche zu sanieren, hat die Pfarre zu kreativen Ideen gegriffen. Am Samstag wird ein Festgottesdienst gefeiert, den Bierverkauf führt man fort – allerdings mit neuem Etikett.

Mangelnde Kreativität kann man den Bruckern bei der Sanierung des Daches ihrer Minoritenkirche nicht vorwerfen. Viele haben mitgeholfen oder gespendet. Die Ideen, um für den guten Zweck zu sammeln, hätten dabei durchaus auch von einer Marketingagentur kommen können.
So hat man einen Kabarettabend veranstaltet und sogar ein eigenes Bier brauen lassen: „Wir wollen dicht werden“, lautete das Motto. Tausende Flaschen wurden nach Gottesdiensten und in der Pfarrkanzlei verkauft. Jetzt ist das Ziel erreicht.

Am Samstag, 3. Oktober, wird in der Minoritenkirche um 18 Uhr ein Festgottesdienst mit anschließender Agape gefeiert. Stadtpfarrer Clemens Grill freut sich: „Auf einer Fläche von 1100 Quadratmetern wurden mehr als 35.000 Dachziegel verlegt.“
Eine der Herausforderungen: das Bundesdenkmalamt hatte eine spezielle Legetechnik vorgeschrieben, die nur mehr wenige Handwerker beherrschen.
Nach der abgeschlossenen Dachsanierung ist die Kirche jetzt bis auf die Westfassade in einem hervorragenden Zustand. Den Startschuss für die Sanierungen gaben übrigens Hannes Merl senior und Werner Hilber vom Kuratorium der Minoritenkirche schon vor 20 Jahren. Das Kuratorium, das heute von Siegfried Ledolter geleitet wird, setzt sich mit Eifer für den Erhalt des Bauwerks ein.
„Wir wollen uns bei ihnen für die große Unterstützung bedanken“, sagt Grill und erwähnt zudem die Stadt Bruck mit Bürgermeisterin Susanne Kaltenegger.
Franz von Assisi als Gründer der Minoriten
Der Festgottesdienst am Samstag steht übrigens auch im Zusammenhang mit dem 800. Todestag von Franz von Assisi. Er verstarb am 3. Oktober 1226, die Minoriten gehen auf ihn als Ordensgründer zurück.
Und was passiert mit dem Bier? „Wir werden das weiterhin anbieten“, schmunzelt Grill und sagt, dass der „süffige“ Gerstensaft, gebraut im Mürztal, einfach gut ankommt. „Nur das Etikett müssen wir jetzt ändern. Künftig wird dort draufstehen: „Jetzt sind wir dicht“.