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„Mehr Produktivität“: Konzern schafft Homeoffice weitgehend ab

Mercedes-Benz will nur noch einen Tag Homeoffice pro Woche genehmigen. Das Ziel ist es, dass vier Tage pro Woche Präsenz künftig der Standard sind.

Aus Sicht des Unternehmens trägt mehr Präsenz im Büro zu der vom Vorstand im Juni angekündigten „Produktivitätsoffensive“ bei
© APA / Barbara Gindl
Aus Sicht des Unternehmens trägt mehr Präsenz im Büro zu der vom Vorstand im Juni angekündigten „Produktivitätsoffensive“ bei

Mitten im Streit über Arbeitskosten will der Autobauer Mercedes-Benz die Möglichkeit von Homeoffice weitgehend abschaffen. „Die neue Vereinbarung soll es Führungskräften ermöglichen, für Vollzeitbeschäftigte bis zu vier Präsenztage pro Woche ohne Begründung festzulegen“, erklärte das Unternehmen am Dienstag. „Ziel ist es, dass diese vier Tage künftig der Standard sind.“

Eine Verhandlungsgruppe von Unternehmen und Betriebsrat habe sich verständigt, das in einer neuen Betriebsvereinbarung auf Konzernebene zu regeln. Zuerst hatte die „WirtschaftsWoche“ über die Pläne berichtet.

„Mit dem Betriebsrat haben wir nun eine neue Regelung erarbeitet, die persönliche Zusammenarbeit, direkten Austausch und Teamgeist wieder stärker in den Mittelpunkt stellt“, hieß es in einem Schreiben des Vorstandes an die Beschäftigten. Demnach hatten die Sozialpartner seit dem vergangenen Jahr über eine Neuregelung des mobilen Arbeitens diskutiert. Nun müssten der neuen Vereinbarung die Betriebsräte der Standorte zustimmen, damit sie am 1. Jänner 2027 in Kraft treten kann.

Teil der „Produktivitätsoffensive“

Aus Sicht des Unternehmens trägt mehr Präsenz im Büro zu der vom Vorstand im Juni angekündigten „Produktivitätsoffensive“ bei, mit der Mercedes-Benz auf den Gewinneinbruch infolge eines schwachen China-Geschäfts und erhöhter US-Zölle reagiert. Niedrigere Arbeitskosten am Hochlohnstandort Deutschland sollen die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Vorstandschef Ola Källenius will erreichen, dass die Wochenarbeitszeit von 35 Stunden bei gleicher Bezahlung erhöht wird. Nach Medienberichten will das Unternehmen auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld kürzen, wozu sich Mercedes nicht äußert.