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45 Jahre im Polizeidienst: Voitsberger Chefinspektor ging in Pension

Robert Zapfl, stellvertretender Bezirkspolizeikommandant und Leiter des Einsatz- und Verkehrsreferats, ist in den Ruhestand getreten. Sein Nachfolger ist Helmut Keusch.

Robert Zapfl und Helmut Keusch, der ehemalige stellvertretende Bezirkspolizeikommandant und sein Nachfolger
© KLZ / Jakob Kriegl
Robert Zapfl und Helmut Keusch, der ehemalige stellvertretende Bezirkspolizeikommandant und sein Nachfolger
Jakob Kriegl
Redakteur Regionalredaktion Voitsberg

Im Bezirkspolizeikommando Voitsberg ging am 30. September 2026 eine Ära zu Ende. Nach rund 45 Jahren im Polizeidienst verabschiedete sich Chefinspektor Robert Zapfl in den Ruhestand. Der 65-jährige Köflacher hatte die Positionen des stellvertretenden Bezirkspolizeikommandanten sowie des Leiters des Einsatz- und Verkehrsreferats inne. Mit 1. Oktober trat Kontrollinspektor Helmut Keusch, zuletzt Kommandant der Polizeiinspektion Söding, seine Nachfolge an.

Während seiner Laufbahn stand Zapfl stets im Dienst der Bevölkerung und übernahm als Führungskraft Verantwortung für andere Einsatzkräfte. Die Polizeiarbeit wurde für ihn jedoch nie zur Routine. „Kein Dienst war wie der andere, weil sich jeder Einsatz in eine völlig andere Richtung entwickeln kann. Mit den Jahren wächst die Erfahrung, aber die Menschen und ihre Emotionen sind immer unterschiedlich“, sagt der Köflacher.

Am Gendarmerieposten aufgewachsen

Die Polizei gehörte für ihn schon früh zum Alltag. Sein Vater war beim damaligen Gendarmerieposten Köflach tätig, wo die Familie auch in einer Dienstwohnung lebte. So wuchs Zapfl am Posten auf und lernte den Polizeiberuf schon als Kind aus nächster Nähe kennen. 1982 stieg er in Leibnitz selbst in den Polizeidienst ein. Bevor ihn sein beruflicher Weg nach Voitsberg führte, war er außerdem am Posten Köflach tätig.

Kein Dienst war wie der andere, weil sich jeder Einsatz in eine völlig andere Richtung entwickeln kann.

— Robert Zapfl, Chefinspektor

Die Arbeit der Polizei hat sich im Laufe der Jahre stetig verändert. „Im IT-Bereich, im Kriminaldienst oder in der Spurensicherung hat sich viel getan. Verkehrstechnisch gab es früher weder die Autobahn noch die jetzigen Umfahrungsstraßen. Deshalb rollte der gesamte Schwerverkehr durch die Stadtgebiete von Voitsberg und Köflach. An bestimmten Tagen reichte der Stau bis ins Gemeindegebiet von Söding-St. Johann“, erzählt Zapfl. Auch aufgrund der zahlreichen Kreuzungen zählten seine Einsatzgebiete Leibnitz, Köflach und Voitsberg steiermarkweit zu den Spitzenreitern bei Verkehrsunfällen.

Einsatzfotos von einem schweren Lkw-Unfall am Gaberl
© KLZ / Jakob Kriegl
Einsatzfotos von einem schweren Lkw-Unfall am Gaberl

Besonders in Erinnerung geblieben ist Zapfl ein schwerer Unfall am Gaberl. In einer langen Kurve versagten plötzlich die Bremsen eines Lkw. „Der Lastwagen hob wie auf einer Schanze von der Straße ab, knickte die Baumwipfel ab und landete mitten im Wald. Es sah aus wie ein Inferno“, erinnert sich Zapfl. Der Fahrer hat den Unfall glücklicherweise überlebt.

Viele Tragödien erlebt

Leider endete nicht jeder Einsatz glimpflich. „Als Polizist erlebt man viele tragische Unfälle und Todesfälle, die anschließend im Team aufgearbeitet werden müssen“, sagt Zapfl. Die Einführung des Kriseninterventionsteams und die damit einhergehende professionelle Begleitung von Opfern und Einsatzkräften nach traumatischen Ereignissen sei eine große Bereicherung gewesen.

Als Zapfl zum letzten Mal seine Uniform anzog, das Dienstauto abstellte und Diensthandy sowie Dienstwaffe abgab, war auch etwas Wehmut dabei. „Aber es ist auch ein gutes Gefühl, Verantwortung abzugeben“, sagt er. Im Ruhestand möchte sich der Köflacher seiner Familie und seinen fünf Enkelkindern widmen. Musikalisch bleibt er mit der Gruppe „Herzschlag“ und der Stadtkapelle Köflach aktiv.