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Österreichs höchster Offizier sieht sich weiterhin als Diener

Harald Vodosek übernahm die Funktion des Generalstabschefs im Bundesheer. Beim Grundwehrdienst ist für ihn mehr als nur dessen Dauer entscheidend.

Der Niederösterreicher Harald Vodosek (62) ist der neue Generalstabschef des Bundesheeres
© APA / Georg Hochmuth
Der Niederösterreicher Harald Vodosek (62) ist der neue Generalstabschef des Bundesheeres
Wilfried Rombold
Redakteur Steiermark-Ressort

Seine erste Rede als Generalstabschef des Bundesheeres begann Harald Vodosek mit einer Szene aus seiner Kindheit in Wiener Neustadt. Der kleine Harald hatte – nicht sehr zur Freude der Eltern – mit dem Klappspaten des Vaters Löcher im Garten ausgehoben. Der Vater: Unteroffizier, anfangs noch bei der B-Gendarmerie, dem Vorläufer des heutigen Bundesheeres. Die Mutter: eine Schneiderin. „Von den Eltern habe ich gelernt: Dienen bedeutet nicht, sich klein zu machen, sondern etwas größer zu nehmen als sich selbst“, sagte der 62-Jährige.

Nun hat der verheiratete Vater zweier Töchter den höchsten Dienstgrad erreicht, den das Militär in Österreich zu bieten hat. Damit einher geht die Verantwortung über rund 16.000 Berufssoldaten, jährlich rund 14.000 Grundwehrdiener, dazu mehr als 30.000 Milizsoldaten und 8000 Zivilbedienstete. Die Rossauer Kaserne, Sitz des Verteidigungsministeriums, bleibt damit auch nach der Pensionierung Rudolf Striedingers fest in niederösterreichischer Hand.

General Harald Vodosek, Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP), General Rudolf Striedinger und Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) beim Festakt
© APA / Georg Hochmuth
General Harald Vodosek, Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP), General Rudolf Striedinger und Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) beim Festakt

Beim Grundwehrdienst geht es Vodosek nicht nur um die Dauer

Vodosek war zuvor als Rüstungsdirektor maßgeblich für die Umsetzung des Aufbauplanes und der von Ministerin Klaudia Tanner (ÖVP) ausgerufenen „Mission vorwärts“ beteiligt. „Ein Beschaffungsvorgang und ein Gerät sind noch keine Fähigkeit“, machte der neue General am Dienstag klar, dass er dem personellen Aufwuchs des Bundesheeres großes Augenmerk schenken wird. Und auch beim Grundwehrdienst zählt für Vodosek nicht allein dessen Dauer. Die eigentliche Frage für ihn lautet: „Wie machen wir den Wehrdienst legitim und sinnstiftend?“ Denn ein Staat, der junge Menschen einzieht, schuldet ihnen Sinn und Professionalität.

Unser Auftrag lässt sich leicht zusammenfassen: Wir schützen und verteidigen Österreich und die Menschen, die hier leben.

— Harald Vodosek, Generalstabschef

Dass sich die Koalition letztlich nicht auf das von der Kommission empfohlene Modell 8+2 einigen konnte, sondern nur auf einen 6+3 Kompromiss, sieht der neue General pragmatisch. Allein aus der Ausgangssituation (6 Monate, keine Übungspflicht) ergebe sich ein Gewinn für Österreich. Mit der Systementscheidung durch Exekutive und Legislative habe das Heer zu planen, hielt Vodosek gegenüber Journalisten fest.

Dem „Primat der Politik“ muss sich die militärische Führung auch bei der weiteren Aufrüstung beugen. 12 Milliarden Euro fehlen bis zum Jahr 2031 im ambitionierten Aufbauplan. „Die kommenden Jahre werden Entscheidungen zur Priorisierung verlangen", schwor Vodosek gestern die Seinen auf unpopuläre Abstriche und Verzögerungen bei den geplanten Beschaffungen ein. Er gab aber auch das Versprechen, diesen Weg „nicht aus der Distanz zu führen“.

Projekt Luftverteidigung steht vor Umsetzung

Das wird sicher auch auf das teuerste Vorhaben in der Geschichte des Bundesheeres zutreffen. Beim „Luftverteidigungsprojekt“ sei man so weit fortgeschritten, dass man die Grundlagen für einen Ministerratsvortrag in Kürze der Ressortchefin vorlegen könne, erklärte Vodosek bei einem Hintergrundgespräch. Danach geht es in Sachen Eurofighter-Nachfolge, der bodengebunden Luftabwehr und der Drohnenabwehr in die politischen Verhandlungen. Ein großer Teil des Projekts muss über Sonderfinanzierungen auf die Beine gestellt werden. „Also ich sehe da keine Problemlage“, gab sich der General zuversichtlich. „Jedenfalls sind wir in der Lage, mit diesem Budget die Verteidigungsfähigkeit sicherzustellen.“

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