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Die seltsame Sehnsucht der KI-Riesen

Markus Zottler
Stv. Leiter Wirtschaft
OpenAI-Boss Sam Altman
© AFP/Brendan Smialowski
OpenAI-Boss Sam Altman

In den USA trifft Donald Trump die Chefs der wichtigsten KI-Firmen zum Gipfel. Warum deren Rufe nach mehr Regulierung weder einhellig noch außergewöhnlich glaubwürdig sind.

Jetzt ist schon wieder was passiert. Weil sich auf Künstliche Intelligenz (KI) basierende Software von OpenAI in Tests verselbstständigte, stoppte der führende KI-Konzern die Veröffentlichung des neuesten Modells. Der Fall reiht sich an eine Serie ähnlicher Vorfälle. Dementsprechend lauter werden in den USA die Rufe nach einer Regulierung. Fast ohrenbetäubend sind die Stimmen der KI-Giganten selbst. Aber warum drängen just die Beschleuniger des KI-Wettlaufs auf die externe Bremse?

Es lohnt der Blick aufs Detail. So sprechen sich längst nicht alle KI-Bosse für mehr Regulierung und in Wahrheit niemand für einen KI-Stopp aus. Während Sam Altman (OpenAI) oder Dario Amodei (Anthropic) auf eine Verlangsamung bei der Entwicklung der leistungsstärksten KI-Modelle pochen, lehnt Meta-Chef Mark Zuckerberg selbst das vehement ab.

Virulent ist zudem eine Form von „regulatory capture“. Also eine Regulierung, die das Gemeinwohl im Blick hat, praktisch aber dafür sorgt, dass sich die Marktposition der (wenigen) Platzhirsche manifestiert. Weil neue Gesetze für neue Barrieren sorgen. Nicht zuletzt scheint eine wirksame Regulierung illusorisch, da sich kein globaler Kompromiss zwischen den USA und China abzeichnet.

Eine wachsende Form von Regulierung finden wir dieser Tage trotzdem: Die Ablehnung von neuen Rechenzentren, dem Rückgrat der KI. Selbst in den USA, selbst bis nach Texas. Eine Bewegung, die zurzeit Menschen unterschiedlichster ideologischer Grundausstattung zusammenführt – und Bürger mit lokalen Behörden.