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Gebürtiger Triebener wagte mit Snowbike Abfahrt von aktivem Vulkan

Es ist der neunte Weltrekord für Hermann Koch: Mit zwei Guides erklomm er jüngst in Chile den Vulkan Villarrica und fuhr per Snowbike wieder ins Tal.

Hermann Koch nach der gelungenen Abfahrt über die Hänge des 2847 Meter hohen Villarrica
© Privat
Hermann Koch nach der gelungenen Abfahrt über die Hänge des 2847 Meter hohen Villarrica
Dorit Burgsteiner
Redakteurin Regionalredaktion Liezen

„Die Kulisse war traumhaft, aber ich habe schon ein mulmiges Gefühl gehabt. Ich habe gar nicht gewusst, dass der Vulkan noch aktiv ist – deshalb war das alles sehr spannend“, sagt Hermann Koch, gebürtiger Triebener, wohnhaft in Obertauern im benachbarten Pongau, lachend. Der 66-Jährige ist leidenschaftlicher Snowbike-Fahrer mit einem Hang zu außergewöhnlichen Aktivitäten, die nicht selten zum Aufstellen von Guinness-Weltrekorden führen.

Bis vor kurzem war das schon acht Mal der Fall, so hat er unter anderem den schnellsten Slalom durch 100 Tore absolviert oder verbrachte 24 Stunden am Stück snowbikefahrend. Und seit Freitag hat Koch seinen neunten Rekord in der Tasche.

Denn Mitte September hat er sich nach Südamerika begeben, um einen Vulkan zu erklimmen und als offiziell erster Mensch die Abfahrt mit dem Snowbike in Angriff zu nehmen. Der Lanin in Argentinien sollte es werden, dem wurde aber von offizieller Seite ein Riegel vorgeschoben – „die Verantwortlichen des Nationalparks, in dem er sich befindet, haben das nicht erlaubt“. Der Abenteuerlust des 66-Jährigen tat das aber keinen Abbruch, er suchte sich kurzerhand Ersatz.

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Mit einem nicht mehr ganz so neuen Sessellift ...
Mit einem nicht mehr ganz so neuen Sessellift ... © Privat

Rauch, Lava und Schwefelgeruch

Der war mit dem Villarrica in Chile schnell gefunden. Und selbiger ist nicht nur einfach tätig, er gehört gar zu den aktivsten in Südamerika und gilt als gefährlichster feuerspuckender Berg in Chile. „Oben hat es aus dem Krater geraucht und nach Schwefel gerochen. Und es gab auch Bereiche, die mit Lava bedeckt waren“, berichtet Koch.

Bestiegen hat er den bei Alpinisten beziehungsweise Skitourengehern beliebten Vulkan bei traumhaften Wetterbedingungen in Begleitung der Guides Vincente (aus Chile) und Ramiro (Argentinien). Den ersten Teil brachte das Trio per Sessellift hinter sich, dann schnallten sie ihre mit Fellen versehenen Skier an, die restlichen 1300 Höhenmeter ging es mit ihnen an den Füßen weiter. „Zweieinhalb Stunden hat der Aufstieg gedauert. Das war eine gute Leistung“, ist Koch stolz. Immerhin hatte er 14 Kilogramm Gepäck, das Snowbike musste schließlich auch mit.

Innsbrucker Studenten feuerten an

Kurz vor dem Gipfel trafen er und seine Begleiter dann vier Studenten aus Innsbruck, „die eine Skitour unternommen haben“. Beim Krater angekommen, baute der steirische Salzburger unter ihren Augen und jenen der Guides sein Snowbike zusammen, machte vor der Abfahrt noch ein paar Fotos, startete zur Beweissicherung GoPro-Kamera und App-Aufzeichnung. Mit „Hermann, go, go, go" von den Studenten angefeuert, machte sich Koch auf den Weg.

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Kurz vor dem Start werden die zur Beweisführung notwendigen Gerätschaften, wie die GoPro-Kamera aktiviert
Kurz vor dem Start werden die zur Beweisführung notwendigen Gerätschaften, wie die GoPro-Kamera aktiviert © Privat

„Die ersten Schwünge waren ein Genuss. Über eine mehr als 40 Grad steile Flanke ist es dann in einen breiten, leicht aufgefirnten Hang gegangen“, schwärmt er rückblickend. Vorgabe von Guinness war es, 900 Höhenmeter in 30 Minuten zu absolvieren, „das habe ich aber stark unterboten. Denn ich habe für knapp 1300 elf Minuten und 17 Sekunden gebraucht“. 3,94 Kilometer hat der ehemalige Skischulbetreiber zurückgelegt, die Spitzengeschwindigkeit dabei waren 40 km/h.

Traum in Erfüllung gegangen

Das Gefühl nach der Fahrt? „Ich war überglücklich, wieder ist ein Traum in Erfüllung gegangen“, sagt Koch. Für ihn galt es im Anschluss, sämtliche erforderliche Dokumente einzureichen. „Alle Aufzeichnungen werden dann genau geprüft, auch das Formular, das die Guides, die gleichzeitig auch meine Zeugen waren, ausfüllen mussten. Das Ganze dauert meistens fünf bis zehn Tage.“ Freitagmittag hatte das Warten ein Ende, von Guinness kam die Nachricht, dass der Rekord bestätigt ist.

Es ist vollbracht, der Berg bezwungen
© Privat
Es ist vollbracht, der Berg bezwungen

Für Koch ist es bereits Brauch, nach jedem erreichten Rekord für den guten Zweck zu spenden. So auch dieses Mal, das Geld soll an die Kinderkrebshilfe Salzburg gehen.

Und wohin wird ihn sein nächstes Abenteuer führen? „Ich habe dahingehend aktuell noch nichts im Kopf. Aber es könnte gut sein, dass ich im kommenden Frühjahr wieder etwas mache“, sagt Koch.