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Trunner-Wechsel nach Italien sorgt für eine historische Ablöse

Der UVC Graz erhielt erstmals eine Ablöse für den Wechsel einer Volleyballerin – Julia Trunner erfüllte sich mit dem Wechsel nach Scandicci einen Traum.

Wechselte ins Volleyball-Mekka Italien: Julia Trunner
© GEPA pictures
Wechselte ins Volleyball-Mekka Italien: Julia Trunner

Wenn Italien ruft, wird man hellhörig, besonders als Volleyballerin. Julia Trunners Plan war es, ihren bis 2027 laufenden Vertrag beim UVC Graz zu erfüllen und den Saisonstart am kommenden Samstag (19 Uhr) vor Heimpublikum gegen Inzing zu bestreiten. Doch es kam anders: Vor der historischen Europameisterschaft im Sommer gab es plötzlich Anfragen aus dem Ausland – und darunter auch aus Scandicci, einem der Top-Vereine im Volleyball-Mekka. „Es hieß, dass ich die ersten Wochen im ersten Team mittrainieren darf und in der restlichen Saison dann in der Serie B gemeldet bin“, sagt die 21-Jährige. Und im ersten Team, dort wimmelt es nur so von Superstars und Olympiasiegerinnen: „Diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen.“

Die Niederösterreicherin verließ Graz wegen dieser einmaligen Gelegenheit – und in gewisser Hinsicht ist der Transfer auch aus Graz-Sicht einzigartig: Zum ersten Mal überhaupt lukrierte ein steirischer Volleyballverein für eine Spielerin Ablöse. „Mit Fußball ist das nicht vergleichbar“, erklärt UVC-Graz-Trainer und -Manager Frederick Laure und spricht von einem „hohen vierstelligen Betrag“. Der Rubel rollte deswegen vor dem Saisonstart nicht: Das Geld reicht in der Regel, um bei einer Neuverpflichtung einer Legionärin alle Gebühren abzudecken – eine solche ist allerdings nicht geplant.

Ist der Transfer, nachdem sich Österreich erstmals für eine Frauen-Volleyball-EM qualifizieren konnte, ein weiteres Indiz für den Fortschritt im österreichischen Frauen-Volleyball? „Es ist auf jeden Fall so, dass sich etwas entwickelt“, sagt Laure. Durch die Vereinsbrille sieht er den Transfer allerdings auch etwas kritisch. „Wenn eine Spielerin die österreichische Liga dominiert, dann sehe ich so einen Transfer als guten Schritt. Ansonsten sehe ich den Drang, in das Ausland zu gehen, nicht – auch hier ist die Ausbildung eine gute.“ Trunner, sagt der Trainer, hätte ein Jahr in Graz noch gut getan. Und auch der hiesige Sport könnte unter solchen Transfers leiden, denn: „Was wird aus der österreichischen Liga, wenn das Oberhand nimmt?“ Er beschwichtigt aber gleich: „Italien ist natürlich ein besonderer Fall. Das ist das Volleyball-Mekka, ich kann Julia verstehen.“

Statt Saisonstart in Österreich heißt es für Trunner also noch fleißig trainieren – in Italiens Serie B beginnt die Saison Mitte Oktober. Bis dorthin sammelt sie die Eindrücke ihres Lebens und trainierte an der Seite von Caterina Bosetti, Italiens Olympiasiegerin des Jahres 2024, oder der Serbin Maja Aleksic. „Ich war sehr aufgeregt, aber es war unfassbar cool, wie mich diese Volleyballerinnen aufgenommen haben. Ich habe es auch geschafft, gut dort reinzufinden und meine Stärken auszupacken“, sagt Trunner.