Jens Spahn verzichtet auf Sitz im Haushaltsausschuss
Der frühere Unionsfraktionschef Jens Spahn gibt nach wenigen Wochen seinen Sitz im Haushaltsausschuss des deutschen Bundestages wieder auf. "Nach reiflicher Überlegung über das Wochenende werde ich auf meinen Sitz im HHA verzichten", schrieb der CDU-Politiker in einer der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Erklärung an die anderen Unionsabgeordneten im Ausschuss.

"Alles rund um meine Person ist aktuell so politisiert, dass ein normales Arbeiten kaum möglich sein wird", fügte er hinzu. Er merke zudem, dass es zu früh sei, nach seinem Rücktritt im Juli wieder "voll durchzustarten, als wäre nichts gewesen". In Absprache mit CDU/CSU-Fraktionschef Thorsten Frei werde er sich deshalb vorerst auf seine Arbeit für den Wahlkreis und seine Familie konzentrieren. Mit zeitlichem Abstand werde er dann entscheiden, wie es weitergehe.
Vor wenigen Tagen hatte es eine Debatte um Spahn gegeben, weil er bei einer Sitzung des Budgetausschusses fehlte, dem er erst seit Anfang September angehört. Dann tauchten Fotos aus Sardinien mit seinem Mann und Kind auf. Dies löste Kritik auch unter den CDU-Ausschussmitgliedern aus.
Der 46-Jährige, der als eine der entscheidenden Personen für die schwarz-rote Koalition galt, war im Juli nach massiver Kritik auch aus den eigenen Reihen an seiner Vaterschaft mit Hilfe einer Leihmutter in den USA als Fraktionsvorsitzender zurückgetreten. Er hatte Unterstützer wie Frei oder CSU-Chef Markus Söder, die seine schnelle Wiedereingliederung in der Unionsfraktion befürwortet hatten.