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Neue Krimi-Serie: Ursula Strauss ermittelt in "Tiroler Blut"

Ab 5. Oktober fließt "Tiroler Blut" im ORF. Im Zentrum der neuen, in Innsbruck angesiedelten Krimi-Reihe steht die Familie Gruber, die bereits in dritter Generation bei der Polizei ist. Zwischen dem pensionierten Vater (Sven-Eric Bechtolf) und dem frisch in den Beruf einsteigenden Sohn (Noah L. Perktold) steht Ursula Strauss als erfolgreiche Chefinspektorin Fanny Gruber im Zentrum. Seit fast zwei Jahrzehnten kennt man sie als Titelfigur der "Schnell ermittelt"-Krimis.

Tiroler Blut - Der erste Schuss - Fanny Gruber hat sich im Innsbrucker Kommissariat zur erfolgreichsten Ermittlerin Tirols hochgearbeitet. Bereits ihr Vater Hannes war bei der Polizei tätig und befindet sich mittlerweile im Ruhestand. Nun ist auch ihr Sohn Tobi in die traditionellen Fußstapfen getreten. Bei seinem ersten eigenverantwortlichen Einsatz wird er mit seiner jungen Kollegin zu einem häuslichen Streit gerufen. Als die Situation eskaliert, ist er gezwungen, in Notwehr auf den aggressiven Hund zu schießen, und verletzt dabei den Familienvater lebensgefährlich. Die Frau behauptet, er habe auf ihren Mann gezielt. Auf eigene Faust beginnt Fanny zu ermitteln und setzt dabei ihre Karriere aufs Spiel. - Im Bild: Sven-Eric Bechtolf (Hannes Gruber), Ursula Strauss (Fanny Gruber). Foto: ORF/Rundfilm/Nikolett Kustos. Veröffentlichung honorarfrei nur für redaktionelle Berichterstattung in Sendungszusammenhang und mit Copyrightangabe. Kontakt: foto@orf.at
© APA/ORF/Rundfilm/Nikolett Kustos
Tiroler Blut - Der erste Schuss - Fanny Gruber hat sich im Innsbrucker Kommissariat zur erfolgreichsten Ermittlerin Tirols hochgearbeitet. Bereits ihr Vater Hannes war bei der Polizei tätig und befindet sich mittlerweile im Ruhestand. Nun ist auch ihr Sohn Tobi in die traditionellen Fußstapfen getreten. Bei seinem ersten eigenverantwortlichen Einsatz wird er mit seiner jungen Kollegin zu einem häuslichen Streit gerufen. Als die Situation eskaliert, ist er gezwungen, in Notwehr auf den aggressiven Hund zu schießen, und verletzt dabei den Familienvater lebensgefährlich. Die Frau behauptet, er habe auf ihren Mann gezielt. Auf eigene Faust beginnt Fanny zu ermitteln und setzt dabei ihre Karriere aufs Spiel. - Im Bild: Sven-Eric Bechtolf (Hannes Gruber), Ursula Strauss (Fanny Gruber). Foto: ORF/Rundfilm/Nikolett Kustos. Veröffentlichung honorarfrei nur für redaktionelle Berichterstattung in Sendungszusammenhang und mit Copyrightangabe. Kontakt: foto@orf.at

"Fanny Gruber ist ganz anders verortet als Angelika Schnell: Stadt versus Land. Die Figur ist viel weniger distanziert, weil das Problem für sie ist, dass sie alle Menschen rund um sich herum, die in Verbrechen oder Gewalttaten verwickelt sind, kennt. Dadurch, dass es keine anonymen Fälle sind, hat sie innerlich einen viel größeren Stress und steht unter größerer Spannung", sagt Strauss im Gespräch mit der APA. "Außerdem befindet sich Fanny Gruber in einem Familiengefüge, das viele Dinge mit sich bringt, die bei Angelika Schnell keine Rolle spielen."

Familiäre Konflikte sind in "Tiroler Blut" genauso handlungsbestimmend wie die polizeilichen Ermittlungen. "Die Familie ist der Anfang von allem. In welche Familie wir hineingeboren werden, definiert uns als Teil der Gesellschaft für unser Leben. Ist es eine liebevolle, in der man sich entfalten kann? Ist es eine, in der Gewalt passiert? Ist es eine, in der großes Konkurrenzdenken herrscht? Dieses Umfeld bestimmt uns von Anfang an, auch mit unserem moralischen Kompass, mit dem Erleben von Konflikten und Gerechtigkeit", so Strauss.

Die spezielle Konstellation gebe Drehbuchautor Christian Jeltsch und Regisseur Matthias Tiefenbacher viele Möglichkeiten: "Hier kommt wahnsinnig viel zusammen, das sich über Emotionen erzählen lässt. Emotionen in jeglicher Ausprägung sind, glaube ich, der Grund, warum viele Menschen so gerne Krimi-Formate sehen. Das hat einfach sehr viele Ecken und Kanten, und das ist zum Spielen spannend und hoffentlich auch zum Zuschauen."

Von den Zuschauerinnen und Zuschauern hängt die Zukunft von "Tiroler Blut" ab. Vorerst wurden nur zwei Folgen gedreht: "Der erste Schuss" (zu sehen am 5.10. um 20.15 Uhr auf ORF 1) und "Am Abgrund" (12.10., 20.15 Uhr, ORF 1). "Ich hoffe, dass es auf Langfristigkeit angelegt ist, aber in diesen unsicheren Zeiten gibt es wenig Planungssicherheit. Es kommt also ein bisschen darauf an, ob die Leute uns gerne zuschauen. Wenn sie das tun, gibt es eine gute Chance auf Fortsetzung - was ich hoffen würde, denn ich spiele die Figur wirklich sehr gern. Und ich glaube auch, dass wir keine irrelevanten Geschichten erzählen. Sie gehen an den Kern und berühren viele Bereiche, die in unserer Lebensrealität nicht unwichtig sind."

Nicht unwichtig ist auch, wie die Nicht-Tiroler vom Publikum angenommen werden. So verblüfft etwa die Besetzung des Deutschen Bechtolf als pensionierter Tiroler Polizist: "Es ist eine Koproduktion zwischen zwei Ländern, und so muss selbstredend auch der Cast aus zwei Länder kommen. Ich bin sehr glücklich über die Besetzung meines Vaters. Ich habe ihn vorher persönlich nicht gekannt. Es war eine superschöne Begegnung und wir hatten viel Spaß beim Spielen miteinander", sagt Strauss, selbst in Melk geboren. "Wir versuchen uns alle nicht im Tirolerischen. Das werden uns sicher manche vorwerfen, denn Sprache ist immer ein Thema."

"Schnell ermittelt" sei noch immer Teil ihres Lebens, sagt die 52-Jährige. "Wir haben heuer die neunte Staffel gedreht. Nächstes Jahr feiern wir 20-jähriges-Jubiläum - Wahnsinn, nicht? Es gibt aber zwischendurch immer wieder auch längere Pausen, was ich sehr super finde, denn das verhindert, dass es zur Routine wird. Dadurch konnte ich zwischendurch auch viele andere Sachen machen. Die Serie 'Schnell ermittelt' ist eine Begleiterin, aber keine Besitzerin, und darf weiterwachsen. Wir freuen uns immer wieder drauf. Natürlich musste ich immer wieder auch Sachen absagen, weil zu dieser Zeit gerade eine Staffel gedreht wurde, aber so ist es eben in dem Beruf."

Als Film- und Fernsehschauspielerin hat Ursula Strauss zuletzt zwei prominente und selbstbewusste, aber sehr verschiedene Frauenfiguren der jüngeren Geschichte verkörpert. Dora Kallmus (1881-1963) wurde als Fotografin "Madame d'Ora" eine Berühmtheit: "Sie war eine spannende Frau, und ich bin sehr geehrt, dass ich das machen durfte", sagt Strauss über Klaus T. Steindls Dokumentarfilmprojekt "Madame d'Ora - Ikone der Fotografie". "Wir haben auch in ihrem Original-Fotostudio gedreht, das noch erhalten ist. Das fand ich total aufregend."

Zudem ist sie ab 16. Oktober in Alexandra Schneiders Dokufiktion "Nöstlinger - Sowieso und überhaupt" als die weltbekannte Kinder- und Jugendbuchautorin zu sehen. "Ich bin sehr dankbar über die Figuren, die man mir überantwortet, weil ich finde, Christine Nöstlinger ist eine Heldin. Es ist unglaublich, mit welcher Klugheit und Klarheit sie komplexe Dinge literarisch auf den Punkt bringt und ihr Gegenüber, so klein oder groß es ist, immer ernst nimmt. Das finde ich ganz fantastisch."

Außerdem ist gerade "nochdvegl", ihr drittes gemeinsames Album mit Ernst Molden erschienen: "Am 30. September präsentieren wir die neue Platte im Wiener Konzerthaus. Wir sind total glücklich damit und haben schon zwei Konzerte gehabt, die beide wirklich beglückende Abende waren, an denen die Verbindung mit dem Publikum sehr gut funktioniert hat. Denn genau das wollen wir: Mit dem Publikum ins Gespräch kommen über Musik."

(Das Gespräch führte Wolfgang Huber-Lang/APA)

(S E R V I C E - ORF/ARD Degeto-Krimireihe "Tiroler Blut". Folge 1: "Der erste Schuss", am 5.10. um 20.15 Uhr auf ORF 1; Folge 2: "Am Abgrund", am 12.10. um 20.15 Uhr auf ORF 1, jeweils 24 Stunden vorab auf ORF ON)