Insolvenz beim Mariazeller Advent: So geht‘s für 100.000 Gäste weiter
Um die steirische Großveranstaltung weiter auf Kurs zu halten, belebt Mariazell nach dem Konkurs des Veranstalters eine stadteigene Gesellschaft. Künftig möchte man sich nach einem ganz neuen Konzept umsehen.

Mitten im Hochsommer gab‘s heuer eine äußerst schlechte Nachricht für das Mariazellerland: Der Veranstalter der beliebten, mehrwöchigen Adventfeier mit großem Markt und Festprogramm musste Insolvenz anmelden.
Konkret ging es um die „Schweiger‘s Stadtmarketing GmbH“ von Andreas Schweiger, die eine Überschuldung von rund 125.000 Euro aufwies. Über sie wurden diverse Veranstaltungen abgewickelt, der Mariazeller Advent war wohl die prominenteste davon.
Ob er selbst bei einer Nachfolgelösung noch einmal an Bord sein werde, war für Schweiger unklar. Bei der aktuellen Gemeinderatssitzung am Donnerstag in Mariazell hat man jetzt aber den Kurs ausgesteckt und die notwendigen Beschlüsse gefasst. „Es gibt für heuer einen Kooperationsvertag mit der in Sanierung befindlichen Gesellschaft und Andreas Schweiger“, sagt Bürgermeister Fabian Fluch. Damit findet alles wie geplant statt.
Er betont: „Wir haben uns natürlich rechtlich abgesichert, auf die Details kann ich aber nicht näher eingehen.“ Damit wird einerseits der Tatsache Rechnung getragen, dass schon viel Vorarbeit für den heurigen Advent geleistet wurde, andererseits will man nicht irgendwo finanziell draufzahlen.
Neustart einer GmbH im öffentlichen Besitz
Ab kommendem Jahr soll es dann eine andere Lösung geben: „Wir werden die Mariazellerland GmbH, die bisher kaum operativ tätig war und eher den Charakter einer Verwaltungsgesellschaft hatte, wieder voll in den operativen Betrieb zurückholen“, so Fluch.
Die Mariazellerland GmbH hat mit der Stadt Mariazell sowie der Gemeinde Mitterbach am Erlaufsee zwei Eigentümer. Auf Schweigers Know-how und auch aufgrund seiner längerfristiger Absprachen, die bei so großen Veranstaltungen teils auch schon für das kommende Jahr getroffen werden mussten, will man aus strategischen Gründen nicht verzichten. Er soll dann über einen Werkvertrag auch am Advent 2027 mitarbeiten.
Für Fluch ist das eine gute Lösung, bei der es trotz des Konkurses keine Verlierer gebe. Er betont auch, dass die Beschlüsse im Gemeinderat zu diesem Tagesordnungspunkt einstimmig gefallen seien.
Ganz neues Konzept erforderlich
Nach 2027, so meint Fluch, sei es allerdings an der Zeit, ein ganz neues Konzept für den Mariazeller Advent auf die Beine zu stellen. „Wir haben diese Veranstaltung seit 25 Jahren.“ Gewisse Dinge sollten dann von Grund auf überdacht werden.
Für eine strukturelle Änderungen der Publikumsveranstaltung in dieser Größenordnung benötigt man wohl auch eine entsprechend lange Vorlaufzeit. Buchungen werden oft schon Monate im Voraus fixiert, auch die Absprachen für die Standler haben entsprechende Vorlaufzeiten.
Immerhin gelingt es den Mariazellern mit ihrem Adventmarkt weit über 100.000 Besucher jährlich innerhalb weniger Wochen in den Wallfahrtsort zu bringen. Noch dazu in einer touristisch sehr schwachen Zeit ab Mitte November, wenn die Pilgersaison längst vorbei ist.
Nicht umsonst gilt die Mariazeller Auflage als größter traditioneller Adventmarkt in ganz Österreich, bekannt nicht zuletzt durch den weltweit größten hängenden Adventkranz mit einem Durchmesser von 12 Metern.