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Kärntnerin Petra Mayer: „Jetzt will ich machen, wozu ich geboren bin“

Nach einigen Jahren, in denen Familie und Bauernhof im Mittelpunkt standen, zieht es Petra Mayer wieder zurück zur Musik. Die Kärntner Sängerin arbeitet an eigenen Liedern und will wieder auf der Bühne stehen.

Bekannt wurde Petra Mayer durch „Die große Chance“, jetzt will sie zurück auf die Bühne
© Kk / Rene Knabl
Bekannt wurde Petra Mayer durch „Die große Chance“, jetzt will sie zurück auf die Bühne
Sandra Müllauer
Redakteurin Kärnten-Ressort

Petra Mayer wurde 2014 einem großen Publikum bekannt. Bei der ORF-Show „Die große Chance“ schaffte die Kärntnerin es bis ins Finale und belegte schließlich den zweiten Platz. Es folgten Auftritte und ein Album, doch dann wurde es musikalisch ruhiger um die Sängerin. Bewusst, wie Mayer heute erzählt: Ihre Kinder waren noch klein, und sie wollte vor allem für sie da sein.

Mittlerweile sind ihre vier Kinder 16, 14, 11 und sieben Jahre alt. Mayer hat gemerkt, dass ihr etwas fehlt. „Mir geht es nicht gut, wenn ich keine Musik mache“, erzählt sie. Irgendwann sei deshalb der Entschluss gefallen: „Ich will wieder anfangen. Ich brauche das, das tut mir gut. Dann kann ich auch für meine Kinder besser da sein.“

© Kk / Rene Knabl

Auch während ihrer Pause kam die Kärntnerin nicht ohne Musik aus. Mayer nahm zwischendurch Stimmbildung, sang und schrieb eigene Songs. Texte und Melodien stammen dabei aus ihrer eigenen Feder. „Ich bin ein Mensch, der gerne Geschichten erzählt, und das mache ich am liebsten über die Musik.“ Besonders dann, wenn sie emotional ist oder es ihr nicht so gut geht, kann sie gut schreiben. Vieles davon ist von ihrem eigenen Leben inspiriert.

Zwischen Milchvieh und Melodien

Zeit dafür zu finden, ist allerdings nicht immer einfach. Mayer lebt mit ihrer Familie auf einem Milchviehbetrieb in Bad St. Leonhard. Im vergangenen Jahr absolvierte sie die Ausbildung zur landwirtschaftlichen Facharbeiterin. Dazu kommen vier Kinder und der Haushalt. „Allein die Wäsche, die bei uns zusammenkommt. . .“, sagt sie lachend. Trotzdem sei jetzt wieder mehr möglich, da die Kinder selbstständiger werden.

Und die Musik zieht sich durch alle Generationen: Eine ihrer Töchter spielt Harfe und singt. Mutter und Tochter haben auch schon gemeinsam musiziert. Mayer selbst hat als Kind Steirische Harmonika gespielt und frischt ihr Können derzeit in der Musikschule wieder auf. Ihr liebstes Instrument ist allerdings die Gitarre, mit der sie sich beim Singen begleiten kann.

Rainhard Fendrich und Die Seer waren Vorbilder

Musikalisch will Mayer ihren Wurzeln treu bleiben. Es soll weiterhin Austropop sein. Zu ihren Vorbildern aus frühen Tagen zählen Rainhard Fendrich und Die Seer. Besonders gerne erinnert sie sich daran, Alfred „Fred“ Jaklitsch kennengelernt und mit ihm an ihrem Album gearbeitet zu haben. „Das war eine so tolle Erfahrung. Ich habe damals viel gelernt.“

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Kurz darauf wurde sie mit ihrem dritten Kind schwanger und ihre Prioritäten verschoben sich. Diese Jahre bereut sie keineswegs. „Das war eine wunderschöne Zeit, ich habe sie voll genossen.“ Heute aber sei der Zeitpunkt gekommen, wieder mehr Platz für ihre eigene Leidenschaft zu schaffen: „Ich war genug daheim. Jetzt will ich machen, wozu ich geboren bin.“

Neue eigene Lieder entstehen

Aktuell arbeitet Mayer bereits an mehreren eigenen Songs. Welcher davon zuerst veröffentlicht wird und wann dies geschehen wird, steht noch nicht fest. Sie verrät jedoch, dass sich eines der Lieder mit dem Gedanken beschäftigt, dass Menschen trotz aller Unterschiede miteinander verbunden sind und gemeinsam durchs Leben gehen.

Mayer möchte auch wieder auf die Bühne. Sie kann sich sowohl größere Auftritte als auch Hochzeiten, Taufen oder das Singen in Kirchen vorstellen. „Viele wissen gar nicht, dass ich noch singe, und trauen sich deshalb vielleicht nicht, mich zu fragen.“ Genau das soll sich nun ändern.

Für Mayer bedeutet das Comeback mehr als nur die Rückkehr zur Musik. Es geht auch darum, sich trotz Alltag und Umwegen die eigenen Träume zu bewahren: „Oft kommt man wieder von seinem Weg ab. Aber wichtig ist, dass man das tut, wofür man brennt.“