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Riad, Ankara, Islamabad treiben Verteidigungsbündnis voran

Saudi-Arabien und seine Verbündeten Pakistan und die Türkei arbeiten angesichts der Spannungen auf der Arabischen Halbinsel weiter mit Hochdruck an der Ausgestaltung ihres neuen Verteidigungsbündnisses. Dazu sollen unter anderem die Armeechefs der drei Staaten zu einem dringenden Treffen zusammenkommen, wie das saudische Außenministerium mitteilte. Die Außenminister trafen sich am Rande der UNO-Vollversammlung in New York.

Militärpakt wurde im August in Mekka geschlossen
© APA/AFP/Turkish Presidency Press Office/Handout
Militärpakt wurde im August in Mekka geschlossen

Saudi-Arabien geriet zuletzt durch Vorstöße der vom Iran unterstützten Houthi-Miliz im Jemen und Angriffe auf die wichtige Ost-West-Pipeline unter Druck und erhofft sich hier den Beistand seiner Verbündeten. Der kürzlich unterzeichnete Mekka-Verteidigungspakt enthält eine Beistandsklausel ähnlich wie die im NATO-Vertrag, wonach ein Angriff auf eine Partei als Angriff auf alle gewertet wird. Gegen den mit Saudi-Arabien um eine Vormachtstellung in der Golfregion konkurrierende Iran richtet sich das Bündnis nach Angaben von Sicherheitskreisen aber ausdrücklich nicht.

Die Außenminister der drei Staaten verurteilten bei ihrem Treffen in New York erneut einen angeblichen Drohnenangriff auf die für Muslime heilige Stadt Mekka, hieß es in der Mitteilung. Riad hatte die mit dem Iran verbündeten Houthi dafür verantwortlich gemacht. Die hatten das bestritten.

Die Houthi hatten in einer Blitzoffensive kürzlich die gesamte Rotmeerküste des Jemen unter ihre Kontrolle gebracht und damit weitgehenden Zugriff auf die Meerenge Bab al-Mandab erlangt. Saudischen Schiffen soll die Durchfahrt nach Houthi-Angaben verwehrt bleiben. Für die Ölexporte Riads Richtung Asien ist das nach den andauernden Einschränkungen an der Straße von Hormus ein schwerer Schlag.

Saudi-Arabien ist bemüht, seine sicherheitspolitische Abhängigkeit von den USA zu verringern und will gleichzeitig seine Rolle als einflussreiche Regionalmacht am Golf ausbauen. Bisher ist Washington der wichtigste Sicherheitspartner Riads. Doch durch die Entwicklungen im Iran-Krieg hat Saudi-Arabien seine Suche nach verlässlichen Partnern verstärkt. Auch die Zurückhaltung der USA gegenüber den Houthi-Vorstößen dürfte in Riad das Vertrauen in Washington beschädigt haben.

Im vergangenen Jahr hatten die einflussreiche Golfmonarchie Saudi-Arabien und die Atommacht Pakistan nach einem israelischen Angriff auf Hamas-Ziele in Katar bereits einen bilateralen Verteidigungspakt geschlossen. Pakistanische Truppen und Kampfflugzeuge sind nun in Saudi-Arabien stationiert.

Die Türkei ist NATO-Mitglied und hat gleichzeitig weitere bilaterale Sicherheitsabkommen mit Nicht-NATO-Staaten abgeschlossen, darunter mit Aserbaidschan und Saudi-Arabien. Zudem beteiligt sich die Türkei an einer von Saudi-Arabien initiierten Anti-Terror-Mission.