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Diesel in Slowenien erstmals über zwei Euro: Aufrufe zu Boykott

Auch in Slowenien und in Kroatien werden die Spritpreise, trotz massiver staatlicher Eingriffe, immer höher. In Slowenien wird zu Boykotten aufgerufen.

Boykottaufruf: Kunden sollen am Samstag Tankstellen in Slowenien fernbleiben.
© Petrol
Boykottaufruf: Kunden sollen am Samstag Tankstellen in Slowenien fernbleiben.

Erstmals stieg in Slowenien, trotz massiver staatlicher Preisregulierung, der Dieselpreis über die Zwei-Euro-Marke. Seit Dienstag sind an Tankstellen, abseits der Autobahnen und Schnellstraßen, 2,01 Euro für den Liter zu bezahlen, um 2,07 Cent mehr als noch in der Vorwoche. Super 95 Benzin kostet nun 1,75 Euro, ein Preisanstieg um 2,37 Cent pro Liter. Damit ist der Preis für Benzin in Slowenien seit Jänner dieses Jahres um ein Viertel gestiegen und Diesel wurde sogar um etwas mehr als 40 Prozent teurer.

Auch in Kroatien kletterte diese Woche der Dieselpreis in die Höhe: 1,91 Euro pro Liter sind ein historisches Rekordhoch für das Land. „Ohne staatliche Eingriffe wäre der Preis bei 2,26 Euro pro Liter“, erklärte Energieexperte Goran Krajačić gegenüber Glas Istrie, also in etwa auf dem Niveau, wie in Italien oder Österreich.

Boykottaufruf

Angesichts der extremen Teuerung an den Zapfsäulen gibt es nun über soziale Medien Aufrufe zum Boykott in Slowenien: Der geplante Boykott soll morgen, Samstag für 24 Stunden stattfinden. „Wenn wir einen Tag lang aufs Tanken verzichten können, dann lasst es uns gemeinsam tun“, erklären die Organisatoren. Sie betonen dabei, dass sie nicht zu Streit oder Angriffen auf Tankstellenmitarbeiter aufrufen: „Wir rufen Menschen dazu auf, ihre Macht als Konsumenten zu nutzen und zu zeigen.“

Die Organisatoren versahen ihren Aufruf mit unterschiedlichen Hashtags, wie “#DovoljJe“ (“#Es ist genug“) und forderten zum Teilen der Aufrufe auf, um möglichst viele Teilnehmer für die Aktion zu gewinnen. Slovenske Novice, befragte ihre Leser zum Boykottaufruf, die meisten hielten ihn für wichtig, bezweifelten aber dessen Wirkung: „Am Freitag werden die Tankstellen voll, am Samstag leer und am Sonntag wieder voll sein. Am Schluss ein Null-Summen-Spiel“, meinte einer. Da die Preisgestaltung nicht in Slowenien erfolge, da man ja nicht über eigene Raffinerien verfüge, die man vor Jahren verkauft habe, werde ein Boykott in Slowenien niemanden beeindrucken, bezweifelte ein anderer den Erfolg einer solchen Kampagne.

Doch die meisten waren sich trotzdem einig, dass es nicht so weiter gehen könne: „Irgendwann müssen wir einfach Nein sagen. Es ist eine Katastrophe. Wie sollen wir denn zur Arbeit kommen. Die Last trägt immer der einfache Mensch, der ehrlich arbeitet, aber dennoch kaum über die Runden kommt“, so der Tenor der Lesermeinungen.

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