Suche
Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Mercedes-Chef über den G in Graz: „Never change a winning team“

Was Mercedes-Chef Ola Källenius über den G aus Graz denkt und warum die Defense-Sparte wächst – für Magna Steyr in Graz gibt es gute Nachrichten.

Ola Källenius, der Vorstandsvorsitzende der Mercedes-Benz-Group AG, gibt die Richtung vor: „Der G steht grundsätzlich wie ein Leuchtturm da, wir geben weiter Gas.“
© APA / Bernd Weißbrod
Ola Källenius, der Vorstandsvorsitzende der Mercedes-Benz-Group AG, gibt die Richtung vor: „Der G steht grundsätzlich wie ein Leuchtturm da, wir geben weiter Gas.“
Didi Hubmann
Von   und Gerhard Nöhrer

Es sind wohl die schwierigsten Momente für Ola Källenius als Mercedes-Chef. Auf der einen Seite stehen exzellente Produkte wie die neuen E-Modelle des GLC, des CLA oder des VLE mit sensationellen Verbrauchswerten – auf der anderen holen auch Mercedes die Probleme (China, Zölle, Rendite) der gesamten europäischen Autoindustrie ein. Werksschließungen werden diskutiert, Sparprogramme sind am Laufen. Und zuletzt machte ein Mercedes-Betriebsrat Schlagzeilen, der die G-Klasse aus Graz abziehen wollte, um in anderen Werken Jobs zu sichern. Das Mercedes-Management kommentierte das nicht. 

Die Kleine Zeitung traf Ola Källenius jetzt in Graz in der Innenstadt zu einem Gespräch, bei dem Källenius gleich einmal klarstellte: Für den G sei 2025 ein Rekordjahr gewesen, trotz China, trotz der Zölle, trotz der schwierigen Zeiten. „Der G steht grundsätzlich wie ein Leuchtturm da“, sagt er, „wir geben weiter Gas.“ . Was er damit meint? Ein Cabrio sei in der Pipeline, das in etwa einem Jahr vorgestellt wird. Der elektrische G habe sich etabliert, man sei „vernünftig ausgelastet“, und „jene, die den elektrischen G fahren, sind hellauf begeistert. Wir werden ihn auch technologisch weiterentwickeln“. Dann verrät er noch eines: Es wird ein neues Derivat vom G geben und: „Wir haben einen sehr starken Partner in Magna.“

1 / 4
Der 600.000 G lief im Jahr 2025 bei Magna Steyr vom Band
Der 600.000 G lief im Jahr 2025 bei Magna Steyr vom Band © Mercedes-Benz AG

Diese G-Familie habe eine ungeheure Begehrlichkeit, es gebe weiteres Wachstumpotenzial. „Der G ist eine kerngesunde Säule des Geschäfts, never change a winning Team.“ Das fügt sich ins Informationsbild, dass die Kleine Zeitung hat: Man bleibt mit dem G in Graz. Die Vertragsdauer (kolportiert wurde bis 2034) kommentiert Källenius wie sämtliche Vertragsdetails nicht, das sei eine grundsätzliche Entscheidung, die für alle Mercedes-Kontrakte gelte. 

Das ist der G

Im Jahr 2007 waren es noch knapp über 7000 G-Einheiten, die bei Magna Steyr in Graz produziert wurden – und die ganze Marke stand an der Kippe. Und dann, unter der Ägide von Mercedes und begleitet von Magna Steyr, legte die G-Klasse ein unvergleichliches Comeback hin. Vom Rapper bis zum Forstarbeiter, der G wurde Kult. 2025 erzielte die G-Klasse das beste Absatzergebnis ihrer Geschichte mit 49.700 Kundenlieferungen (+23%) samt Wachstum in allen wichtigen Regionen. Der Defense-Bereich wächst aktuell massiv.

Auch für jene heikle Klausel im Vertrag, die bei einem Eigentümerwechsel von Magna Steyr greife – bis hin zum Ausstieg aus dem Vertrag. Dabei geht um den so genannten Change of Control-Passus, der in allen Mercedes-Verträgen mit anderen Unternehmen enthalten sei und dann schlagend werden könnte, wenn ein anderes Unternehmen beim jeweiligen Vertragspartner die „Kontrolle übernimmt“. Bei Magna Steyr in Graz, so wird in der Branche kolportiert, sehen aktuell chinesische Automobilhersteller eine Möglichkeit, einzusteigen. Källenius wollte auch dies mit Hinweis auf die Vertraulichkeit von Lieferantenbeziehungen nicht kommentieren.

Erhebliches Potenzial: Der Mercedes G im europäischen Defense-Markt

Auch in einem weiteren Geschäftsfeld hat die G-Klasse eine starke Position: Der Bereich für Sicherheits- und Verteidigungsanwendungen wächst europaweit und bietet erhebliches Potenzial. Mercedes-Benz unterstützt mit robusten, spezialisierten Fahrzeuglösungen den Aufbau einer leistungsfähigen europäischen Sicherheitsarchitektur. Inzwischen gibt es eine breite Palette entsprechender G-Derivate für unterschiedliche Einsatzanforderungen: von bewährten Basisfahrzeugen bis hin zu hochspezialisierten Lösungen. „Wir sind sehr stolz, Teil dieser wichtigen europäischen Defense Initiative zu sein“, sagt Källenius abschließend