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Slackline-Weltrekord: Jaan Roose meistert 14,7 Kilometer über Bratislava

Der estnische Slackline-Weltmeister balancierte vom Morgengrauen bis zur Abenddämmerung in 100 Metern Höhe zwischen den Donauufern hin und her.

Jaan Roose (34) verbrachte zwölf Stunden auf der Slackline
© Jan Kasl / Red Bull Content Pool
Jaan Roose (34) verbrachte zwölf Stunden auf der Slackline
Felix Neumann
Redakteur News & Social Media

Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang in spektakulärer Kulisse in Bratislava: Der estnische Slackliner Jaan Roose legte innerhalb von zwölf Stunden 14,7 Kilometer auf einer 666 Meter langen Leine zurück und stellte damit einen neuen Weltrekord auf. Die gerade einmal 1,9 Zentimeter breite Slackline wurde zwischen zwei der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der slowakischen Hauptstadt – dem UFO-Aussichtsturm sowie der frühmittelalterlichen Burg – in 100 Metern Höhe befestigt. Der 34-Jährige balancierte dabei über die Donau.

Der dreifache Slackline-Weltmeister startete die Herausforderung am Freitag, 18. September, um 7.15 Uhr in der Früh. „Der Morgen war magisch, als ich mich durch den Morgennebel bewegte. Ich war überrascht von den Tauben, die in Schwärmen umherflogen“, berichtet Roose laut Red Bull.

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© Jan Kasl / Red Bull Content Pool

„Schmerzen am ganzen Körper“

Die ersten Stunden seien wie im Flug vergangen, nach einigen Stunden machte sich jedoch Müdigkeit bemerkbar: „Meine Füße begannen zu schmerzen, und ich musste meine Schuhe wechseln, weil ich Blasen hatte; dann setzte die intensive Hitze ein“, schildert der Este. „Ich spürte Schmerzen im ganzen Körper.“ Jedes Mal, wenn Roose an eines der beiden Enden der Slackline gelangte, wurde er mit Essen und Getränken versorgt.

Vor allem musste ich mich mit meinen eigenen Gedanken auseinandersetzen.

— Slackliner Jaan Roose

Der teils böige Wind, die Schiffe auf der Donau sowie das rege Treiben über der belebten Stadt stellten sich für Roose als zusätzliche Hindernisse heraus. Gegen die akustische Ablenkung durch Passanten, Autos oder Boote hörte er Musik. An der 12 Stunden langen Aktion sei vieles schwierig gewesen, erklärt Roose: „Vor allem musste ich mich mit meinen eigenen Gedanken auseinandersetzen – und natürlich auch körperlich.“ Bis zum Abend hatten sich immer mehr Schaulustige an den Donauufern, bei der Burg und auf der Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes zum Anfeuern versammelt. „Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt Roose.

Verschiebung wegen Windes

Sein Team hatte vier Tage vor der Aktion mit dem Aufbau begonnen. Roose war leicht kränklich nach Bratislava gekommen. Aufgrund zu starken Windes wurde die Aktion von Donnerstag auf Freitag verschoben und dem Extremsportler noch ein Tag zum Auskurieren gewährt. Roose begab sich übrigens mit Sicherung auf die Slackline, benötigte diese jedoch nicht.

Lange Reihe aufsehenerregender Aktionen

Roose stellte auf der Slackline bereits mehrere Weltrekorde ein. Viel Aufsehen erlangte er im Jahr 2024, als er die Straße von Messina zwischen dem italienischen Festland und Sizilien in luftiger Höhe überquerte. Der Este balancierte schon von einem der beiden mehr als 300 Meter hohen Jumeirah Emirates Towers in Dubai zum anderen oder bezwang eine Slackline über den Bosporus vom asiatischen zum europäischen Teil Istanbuls. In Katar „spazierte“ er auf 185 Metern Höhe durch die Lüfte. Der 34-Jährige gilt als einziger Athlet, der einen doppelten Rückwärtssalto auf der Slackline vorführte.

Dennoch war das Projekt „Sunrise to Sunset“ in Bratislava für Roose „definitiv meine größte Ausdauerleistung“. Dass er die vollen zwölf Stunden durchhielt und mit 14,7 Kilometern Länge den Weltrekord aufstellte, mache ihn „unglaublich glücklich“. „So weit gehe ich nicht einmal zu Fuß“, gibt Roose schmunzelnd zu.