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Jemen will Hilfe gegen Houthi - Aber keinen Kampfeinsatz

Die international anerkannte Regierung des Jemen ruft die Weltgemeinschaft zu stärkerer Unterstützung im Kampf gegen die Houthi-Miliz auf. Der Jemen sei in der Lage, die von der Miliz ausgehende Bedrohung zu beenden und seine Häfen und Hoheitsgewässer zu schützen, sagte Abdullah al-Alimi von jemenitischen Präsidialrat, der die international anerkannte Regierung im Jemen anführt, am Donnerstag (Ortszeit) bei der UNO-Generaldebatte in New York.

Die bedrängte jemenitische Regierung zeigte vo der UNO Präsenz
© APA/AFP/Leonardo MUNOZ
Die bedrängte jemenitische Regierung zeigte vo der UNO Präsenz

Dafür müsse die internationale Gemeinschaft jedoch ihre Verantwortung wahrnehmen, die Lieferung von Waffen und Technologien an die Houthi stoppen und die Sicherheitskräfte sowie die Wirtschaft des Landes stärken. Der Jemen verlange nicht, dass andere seinen Kampf führten, betonte Alimi. Eine dauerhafte Sicherheit der wichtigen Schifffahrtswege im Roten Meer und an der Meerenge Bab al-Mandab sei ohne die Wiederherstellung staatlicher Kontrolle im Jemen nicht möglich.

Im Jemen ist der seit mehr als zehn Jahren laufende Bürgerkrieg seit einigen Wochen neu aufgeflammt. Die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen nahmen dabei innerhalb kurzer Zeit große Gebiete an der Westküste zum Roten Meer und an der Meerenge Bab al-Mandab ein, die Asien über den Suezkanal mit Europa verbindet und die für Ölexporte aus Saudi-Arabien wichtig ist. Seitdem liefern sich Regierungstruppen und verbündete Milizen, die von Saudi-Arabien unterstützt werden, wieder schwere Gefechten in mehreren Landesteilen. Auch Saudi-Arabien gerät wieder unter Beschuss durch die Houthi.

Die international anerkannte Regierung im Jemen wird geführt von einem achtköpfigen Präsidialrat, Alimi ist dessen stellvertretender Vorsitzender. Der Rat gilt aber als gespalten und ineffektiv. Im Norden und Westen haben die Houthi eine eigene faktische Regierung errichtet. Mit Behörden etwa für Gesundheit und Bildung und eigenen Medien kontrollieren sie das öffentliche Leben und setzen ihre Ideologie gewaltsam und mit autoritären Mitteln um.

Der Iran hat unterdessen eine Verantwortung für das Vorgehen der Houthi nachdrücklich zurückgewiesen. "Die Houthi sind für ihr eigenes Handeln verantwortlich", sagte der iranische Präsident Masoud Pezeshkian in einem vom US-Sender Fox News am Donnerstag ausgestrahlten Interview. Sie werden ihm zufolge nicht aus Teheran gesteuert. Die jemenitische Miliz "nimmt keine Anweisungen von uns entgegen", beteuerte Pezeshkian. Sie agiere "auf der Grundlage der ihnen aufgezwungenen Situationen", hieß es laut der Übersetzung des Senders. Pezeshkian räumte ein: "Wir stehen mit ihnen in Kontakt." Es gebe aber "keine systematische Beziehung".

Der Präsident hatte am Mittwoch eine Rede vor der UNO-Vollversammlung in New York gehalten. Dabei wies er unter anderem die erneuten Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen sein Land zurück und bekräftigte den iranischen Anspruch auf die Straße von Hormuz. Der Iran ist ein langjähriger militärischer Unterstützer der Houthi, weist eine Verwicklung in den aktuellen Konflikt jedoch zurück. Die Houthi sind wie die islamistische Hamas im Gazastreifen und die Hisbollah im Libanon Teil der iranischen "Achse des Widerstands". Deren erklärtes Ziel ist die Vernichtung Israels.