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Am Samstag kommt der „Erntemond“, aber was ist das überhaupt?

Der Erntemond erscheint am Samstag in Kärnten zum Sonnenuntergang. Aber was steckt da eigentlich dahinter? Ein Astronom klärt auf.

Mond
© IMAGO/Wolfgang Maria Weber
Am Samstag ist der sogenannte Erntemond am Himmel auch über Kärnten zu sehen (Symbolbild)
Lukas Moser
Kärnten Ressort

Am Samstagabend lohnt sich in Kärnten der Blick Richtung Osten: Dort steigt am frühen Abend der sogenannte Erntemond am Himmel auf. Um 18.49 Uhr erreicht der Mond exakt seine Vollmondphase. In Klagenfurt geht er bereits um 18.32 Uhr auf – rund 20 Minuten bevor die Sonne um 18.52 Uhr untergeht.

Astronomisch wird nicht viel passieren“, sagt Kurt Anetzhuber von der Astronomischen Vereinigung Kärntens
© Bendele
Astronomisch wird nicht viel passieren“, sagt Kurt Anetzhuber von der Astronomischen Vereinigung Kärntens

Der Name klingt nach einem außergewöhnlichen Himmelsspektakel. Wer allerdings einen besonders großen oder ungewöhnlich hellen Mond erwartet, dürfte enttäuscht werden: „Astronomisch wird nicht viel passieren“, sagt Kurt Anetzhuber von der Astronomischen Vereinigung Kärntens. Der Mond werde nicht plötzlich größer, nur weil er Erntemond heißt.

Schon besonders, aber...

Ganz aus der Luft gegriffen ist der Begriff allerdings nicht. Als Erntemond wird jener Vollmond bezeichnet, der der herbstlichen Tagundnachtgleiche am nächsten liegt. Diese war heuer am 23. September, der Vollmond folgt am 26. September. Historisch wird der Name laut dem Experten damit erklärt, dass Bauern das Mondlicht zur Erntezeit nutzen konnten, um am Abend länger auf den Feldern zu arbeiten.

„Wenn die Sonne untergeht, geht der Mond auf“, erklärt Anetzhuber vereinfacht das Grundprinzip des Vollmonds. Sonne und Mond stehen dabei von der Erde aus betrachtet ungefähr einander gegenüber. Dass der Mond am Samstag ungefähr zum Sonnenuntergang erscheint, ist daher für sich genommen noch nichts Außergewöhnliches.

Der Erntemond für die Bauern

Eine astronomische Besonderheit gibt es rund um den Erntemond aber sehr wohl. Normalerweise geht der Mond von einem Tag zum nächsten durchschnittlich rund 50 Minuten später auf. Rund um die Herbst-Tagundnachtgleiche ist dieser Unterschied auf der Nordhalbkugel deutlich geringer. Grund dafür ist der flache Winkel, in dem die Mondbahn zu dieser Jahreszeit am Abend auf den Horizont trifft. Dadurch folgen mehrere relativ frühe Mondaufgänge aufeinander – genau jener Effekt, der den Bauern früher zusätzliches Licht brachte.

Anetzhuber warnt dennoch davor, aus dem Erntemond ein Spektakel zu machen. Begriffe wie „Supermond“, „Blue Moon“ oder eben „Erntemond“ würden leicht Erwartungen erzeugen, die sich mit freiem Auge kaum erfüllen ließen. Beim Erntemond liegt der Reiz weniger darin, dass der Mond selbst anders aussieht, sondern in seinem Zeitpunkt, seiner Bahn und der jahrhundertealten Verbindung zur Erntezeit.

Ab etwa 18.30 Uhr zu sehen

Wer ihn am Samstag in Kärnten beobachten möchte, braucht jedenfalls weder Teleskop noch besondere Ausrüstung. Bei freier Sicht auf den östlichen Horizont sollte der Mond ab etwa 18.30 Uhr zu sehen sein. Der große Name täuscht also ein wenig – uninteressant ist das Schauspiel deshalb aber keineswegs.