Modetrends für Herbst und Winter: Zeig dem Frost die kalte Schulter!
Dann zeig ihm deine schönste Herbstgarderobe! Was heuer in ist, was weiterhin lässig bleibt, womit man immer punkten kann, und wer der König im Modezirkus bleibt.

In Sachen Jeans
Den Winter über blau machen
So richtig eignet sich der Jeansstoff nicht für den Winter: Kalte Jeans auf nackter Haut, es gibt angenehmere Begegnungen. Es wäre also eher eine Herbstangelegenheit. Natürlich kann man durchbeißen, Mode und Leidensfähigkeit passen gut zusammen. In Sachen Schnitt ist die Barrel-Jeans – an Ober- und Unterschenkeln weiter, aber zum Knöchel hin enger werdend – die Form der Saison. Passend zum Herbst werden auch die Farben deutlich dunkler, weniger ausgewaschen. Bei Brad Pitt muss man eine Ausnahme machen, der kommt sicher gerade von einem Spezialeinsatz in der Wildnis, wo er durch zehn Canyons geschwommen ist. Verständlich, dass sich die Uniform da auswäscht.

Ledervarianten
Sich eine dicke Haut zulegen
Ob echtes Leder oder vielfach auch schon Kunstleder, die kühle Saison kommt heuer nicht ohne aus. Rauleder und gut gefüttert, das ist eine Kombination, die jedem noch so grauslichen Winterwetter mit Leichtigkeit trotzt. Hinzu kommt, es ist eine Investition, die sich lohnt und keine Saison-Eintagsfliege. Und dann noch ein herzhafter Gruß aus den 1980er-Jahren: Der klassische Lederrock, vor allem in schwarzem Glattleder, war in den letzten Saisonen Stammgast in vielen Kollektionen. Offenbar haben die Designer noch nicht genug von ihm, er ist heuer wieder mit am Start. Gut so, denn er ist auch als Bleistiftrock bequemer, als man glauben mag. Aber auch sonst trumpft Leder auf – als Sakko, Hose oder als Jumpsuit. Glattleder, Rauleder, Wildleder und das in klassischen Herbstfarben.


Animalprint
Er ist gekommen, um zu bleiben
Im Trend kann man schon nicht mehr sagen, der Leopard hat den Laufsteg seit Jahren nicht mehr verlassen. Einst der Horror auf den Laufstegen, hat er sich den Fixplatz gekrallt. Auch wenn sich noch andere tierische Herrschaften in seinem Schlepptau befinden – das Zebra ist hier ein heißer Tipp – der Leo bleibt der König unter den Animalprints. Es gilt die eiserne Regel: Alles, was nach Leo ausschaut, kann im Kasten bleiben, Klassiker wirft man nicht weg.

Karo
Sag niemals kleinkariert dazu!
Schottischer Tartanstoff ist ein Winterklassiker, doch in der heurigen Saison entfaltet das Karoversum seine ganze Farben- und Stoffpracht. Wollstoff? Kann, muss aber nicht. Vor allem Nicolas Ghesquière hat sich bei seiner Herbst/Winterkollektion für Louis Vuitton im kreativen Kastldenken geübt – grün, schwarz-weiß und superbunt. Das vielleicht spannendste Ergebnis – weg vom Rock und hin zur Hose, locker und pludrig. Ganzkörperkaro muss man mögen, für Einsteiger gilt die Klassiker-Kombi mit einem einfarbigen Gegenpart. Dann kann schon mal gar nichts schiefgehen! Noch ein Trend, der sich vom Laufsteg in Richtung Gehsteig eher nicht großflächig durchsetzen wird: Hüte in Übergröße!


Farbtupfer
Blau, grün, rot sind alle meine Kleider
Der Sommer schlägt sich auch im Winter durch: Blau, Grün, Rot und Variationen von Purpur erstrahlen, wenn sich die Wintersonne mal wieder verzogen hat. Weniger üppig, aber auf den Laufstegen sehr präsent: Buttergelb. Geht vor allem in der Kombination mit Schwarz als gutes Warm-up für den Frühling durch. Stofftechnisch ein echter Faserschmeichler und Hingucker, der auch noch jede Farbe zum Glühen bringt: Samt! Es wird also höchste Zeit, dass man den klassischen Herbstfarben eine Farbexplosion entgegensetzt. In der effektivsten Variante mit dem wohl größten Wow-Effekt: eine Farbe, die sich durch das Outfit zieht. Besser kann man dem Herbst nicht entgegentreten.



Strick und Kragen
Alles eine Frage der richtigen Kragenweite
John Malkovich hat unlängst bei den Filmfestspielen von Venedig mit einer elisabethanischen Halskrause als Teil eines Dior-Ensembles begeistert. Gleich opulent, aber weniger steif darf es in den kommenden Monaten sein: Ausladend, aber gemütlich, hochgeschlossen und herrlich kuschelig. Zwei Trendfliegen mit einer Klappe schlägt der, der sich für das Ganzkörper-Strickensemble mit übergroßem Kragen entscheidet. So bequem, als würde man eine Couch mit sich herumtragen, in die man sich jederzeit reinkuscheln kann.

Powerdressing 2.0
Sag niemals kleinkariert dazu
Anzug und Anzugjacke haben in dieser Saison endlich den Mut zur Veränderung gefunden. Das Powerdressing darf verspielter, etwa mit Schößchen bei Givenchy, werden. Klare Kante, die Schultern bleiben breit, manchmal sogar überbreit und einer Rüstung nicht unähnlich. Alle aus dem Weg – Powerdressing in seiner besten Form. Und wenn wir schon mal beim schweren Geschütz sind: Die Musketiere lassen schön grüßen, sie finden den Trend zu Overknees einfach fabelhaft. Die Anzughose darf gerne daheimbleiben, der Bleistiftrock hat in dieser Saison seinen ganz großen Auftritt. Farblich ebenso variantenreich wie auch stofflich – auch mal Leder? Unbedingt!


