„Katastrophale Zustände“ und Legionellen am Brucker Polizeiposten
Die Polizei in Bruck haust in einer alten Kaserne, die zuletzt in den 1970er-Jahren umgebaut wurde. Jetzt sind die Missstände so massiv, dass Alarm geschlagen wird.

Bruck ist eine historische Stadt und von außen ist die denkmalgeschützte Fassade der Polizei mitten im Stadtzentrum durchaus ansehnlich. Innen gibt es jedoch dringenden Sanierungsbedarf, gut informierte Kreise sprechen von „katastrophalen Zuständen“.
Man berichtet von immer größer werdenden Rissen an den Wänden, Kanzlei- und Sanitäranlagen sind desolat und veraltet. Es bröckelt der Putz von den Wänden. Das bestätigt der Kleinen Zeitung auch ein ehemaliger Polizist, der am Brucker Posten gearbeitet hat: „Die Räume sind schon seit vielen Jahren aus der Zeit gefallen.“
Legionellenbefall
Besonders schwer wiegt aktuell der Missstand, dass es im Sanitärbereich der Damen einen Legionellenbefall gibt. Dieser hat noch nicht die Ausmaße eines gesundheitsschädigenden Ausmaßes erreicht, vorhanden ist er dennoch. Außerdem: Für die 15 bis 20 Frauen, die dort arbeiten, gibt es keinen WC-Nassbereich. Umkleiden und Sanitäranlagen sind getrennt, sodass die Polizistinnen dafür einen öffentlichen Gang benützen müssen, wo sie wiederum auf Kollegen der Autobahnpolizei treffen.

Diese ist, wie auch eine eigene Kriminalgruppe, in den Räumlichkeiten der Brucker Polizei stationiert. 60 bis 80 Beamte arbeiten in Summe dort. „Es gibt kein Kaltdach, keine Kühlung. In den Ruheräumen hat es im Sommer 30 Grad, man bringt die Hitze nicht mehr hinaus. An Ruhe oder Schlaf während der Bereitschaftszeit ist dort nicht zu denken“, heißt es.
Ebenfalls problematisch: die aktuell offenbar nicht ausreichende Videoüberwachung der Gewahrsamszellen, vielfach gibt es auch einfach nicht genug Licht in diesen Bereichen.
Den Ball hat politisch nun die FPÖ aufgenommen. „In der Polizeiinspektion Bruck an der Mur besteht in mehreren Bereichen dringender Handlungsbedarf“, weist FPÖ-Landtagsabgeordneter Philipp Könighofer hin.

Im Bundesrat wird dazu eine parlamentarische Anfrage an den Innenminister eingebracht, die nach dem konkreten Sanierungsfahrplan, den finanziellen Mitteln sowie ausdrücklich nach Maßnahmen im Zusammenhang mit der Legionellenproblematik fragt.
Insider berichten, dass die Missstände polizeiintern schon länger bekannt sind – man allerdings im Kreis geschickt werde. Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) ist Eigentümerin der ehemaligen Kaserne, die zuletzt in den 1970er-Jahren umgebaut wurde. Seither ist nicht mehr viel passiert. Die BIG würde zwar Sanierungen befürworten, die Ausstattung muss dann aber wieder von der steirischen Polizei bezahlt werden, wofür offenbar die Mittel fehlen.