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Junge Osttiroler Friseurin kämpft in China um Edelmetall

Die World Skills, die Weltmeisterschaften der Berufe, sind in Shanghai gestartet. Auch Angelina Rainer aus Dölsach hat ihre ersten Aufgaben gemeistert.

Friseurin Angelina Rainer frisiert einen Übungskopf
© Florian Wieser
Voll in ihrem Element: Angelina Rainer ist erfolgreich bei den World Skills in Shanghai ins Rennen gegangen
André Schmidt
Redakteur Regionalredaktion Osttirol

Angelina Rainer führt einen grauen Föhn mit Kammaufsatz über den Übungskopf. Schwarze Abteilklammern halten Haarpartien zurück. Am Oberkopf leuchtet kräftiges Rotorange, die Längen gehen in Kupfer und Goldgelb über. Seitlich setzt eine türkisgrüne Partie einen kühlen Kontrast. Rainer trocknet und formt die farbigen Strähnen, arbeitet sich Abschnitt für Abschnitt durch die Frisur. Die World Skills in Shanghai, China, haben begonnen. Seit zwei Tagen wird in 13 Hallen und in einem weitläufigen Außenbereich geschraubt, gehandelt, gestaltet – und eben auch geföhnt.

Von A wie Anlagenelektriker bis Z wie Zimmerer treten ausgebildete Fachkräfte unter 22 Jahren auf der beruflichen Weltbühne an. Rund 1400 Teilnehmer aus aller Welt sind es, die sich in der Millionenmetropole an vier Wettkampftagen in 64 Disziplinen messen. Austragungsort ist das National Exhibition and Convention Center (NECC), einer der größten Messekomplexe der Welt mit 1,47 Quadratkilometern Fläche. Das Areal misst rund 200 Fußballfelder – und damit die größte Bühne für die World Skills aller Zeiten.

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Die Berufsweltmeisterschaften wurden mit einer spektakulären Show eröffnet
Die Berufsweltmeisterschaften wurden mit einer spektakulären Show eröffnet © AustriaSkills

Eröffnet wurden die Weltmeisterschaft bereits am Dienstag mit einer spektakulären Show. Lichtinszenierungen, Projektionen auf den LED-Wänden und ein Tanz von Robotern prägten den Abend. China – mitsamt dem Premierminister – rollte den Fachkräften buchstäblich den roten Teppich aus. Für das Team Austria trug Webentwickler Tarik Begeta aus Wien die rot-weiß-rote Fahne. Hinter ihm marschierte das siebtgrößte Team dieser Weltmeisterschaft ein: 48 junge Fachkräfte, begleitet vom tosenden Applaus der mehr als 300 mitgereisten österreichischen Fans. „Ich habe bei den Euro Skills schon Bronze gewonnen und kenne solche Ausnahmesituationen. Aber das hier war noch einmal ein neues Level“, sagte Begeta.

Zufrieden mit den bisherigen Leistungen

Zwei Wettkampftage sind absolviert, zwei bleiben. Michael Tobisch, Österreichs technischer Delegierter, blickt mit Zuversicht auf die bisherigen Leistungen von Angelina Rainer und Co.: „Wir müssen uns auf keinen Fall verstecken und können überall sehr gut mithalten.“ Als oberster Regelhüter des Teams verfolgt er die Bewerbe aus nächster Nähe. Seine Zwischenbilanz: „Die Medaillenchancen sind intakt, bei der hohen Leistungsdichte können allerdings schon kleine Fehler den Ausschlag geben.“ Für Österreichs Fachkräfte komme es nun darauf an, Sicherheit aus dem Geleisteten zu gewinnen, ohne in der Konzentration nachzulassen.

Jetzt heißt es, konzentriert weiterzuarbeiten und bis zum Schluss das Beste herauszuholen

— Angelina Rainer, Friseurin aus Dölsach

Auch Rainer, Mitarbeiterin des Friseursalons Manuela in Lienz, zeigt sich weiter positiv: „Es kommt darauf an, dass Farbe, Schnitt und Styling am Ende ein stimmiges Ganzes ergeben.“ Vorab hatte Rainer mögliche Aufgaben übrigens daheim unter Zeitdruck durchgespielt, zudem mit ihrem Trainer und einem Experten in deren Salon trainiert. Auch unter Zeitdruck dürfe sie nun kein Detail übersehen, sagt die 18-Jährige. „Jetzt heißt es, konzentriert weiterzuarbeiten und bis zum Schluss das Beste herauszuholen.“