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Sicherer Rückhalt und alter Bekannter bei den 99ers

Heute (18.30 Uhr) empfangen die Graz 99ers die Vienna Capitals. Tormann Maxime Lagacé fällt lange aus.

Die Unterstützung der Fans ist Nicolas Wieser sicher
© GEPA pictures
Die Unterstützung der Fans ist Nicolas Wieser sicher

Gerade einmal 14 Minuten waren im ersten Liga-Heimspiel der neuen Saison absolviert, da erwischte es Stamm-Tormann Maxime Lagacé: Der Kanadier musste das Eis gegen Bozen früh verlassen und Nicolas Wieser kam in die Partie. Ein Kaltstart, wie er im Buche steht. Nur drei Minuten später trafen die Südtiroler zum 1:0, danach kam Wieser immer besser ins Spiel, zeigte mit Glanzparaden auf und führte sein Team so zum 4:3-Erfolg nach Verlängerung. Heute (18.30 Uhr) gegen die Vienna Capitals wird der Kärntner von Anfang an im Tor des Meisters stehen. „Natürlich erwartet und erhofft man sich nie, dass man für den verletzten Kollegen rein muss. Gott sei Dank ist es gut ausgegangen“, sagte der bescheidene Schlussmann nach dem Heim-Auftakt in der Meisterschaft. „Zuerst hat man schon ein bisserl Adrenalin im Körper, aber man versucht ruhig zu sein. Ich habe mir nicht wirklich viele Gedanken gemacht, sondern bin so in die Partie gegangen, als würde es die erste Spielminute sein.“

Von hinten sah er in der Schlussphase ein furioses Comeback seines Teams. In der 57. Minute noch 1:3 zurück, retteten sich die 99ers in die Overtime, in der Kapitän Marcus Vela per Penalty zum Sieg traf. „Es war unglaublich. Ich bin sehr stolz darauf, was die Mannschaft geleistet hat und wie sie gekämpft haben. Wir haben uns das verdient“, sagt Wieser, der seit seinem Transfer nach Graz im Jahr 2022 eine positive Bilanz vorzuweisen hat. 30 Mal siegten die 99ers, wenn der 29-Jährige im Tor stand, 20 Mal – vor allem in den ersten beiden Saison – verloren die Steirer. Heute soll ein weiterer Sieg auf Wiesers Visitenkarte kommen. Aber vor den Capitals ist man gewarnt. „Mit den Vienna Capitals bekommen wir es, vom Tormann über die Abwehr bis zu den Stürmern, mit einem besonders gut ausbalancierten Gegner zu tun. Ich denke, sie haben heuer ein wirklich starkes Team. Ihr Powerplay ist brandgefährlich, ein Grund mehr, disziplinierter als zuletzt zu sein“, sagt 99ers-Coach Dan Lacroix. Und dann gibt es natürlich auch das Wiedersehen mit Nick Bailen. Der 36-Jährige Abwehrspieler erzielte in seinen eineinhalb Spielzeiten bei den 99ers 77 Scorerpunkte in 67 Spielen und galt als bester Verteidiger der Liga. Nach dem Meistertitel trennten sich die Wege des Routiniers und der Steirer. Nicht das Finanzielle und nicht das Sportliche sollen den Ausschlag gegeben haben. Viel mehr sollen es private Gründe gewesen sein, die Möglichkeit einer englischsprachigen Ausbildung für Bailens Kinder in der Bundeshauptstadt sorgten schließlich für den Transfer nach Wien. Nicht nur, aber auch gerade deshalb zählen die Capitals heuer durchaus zu den Anwärtern auf den Titel.

Dennoch: Der Meister heißt Graz, die 99ers sind jenes Team, das es zu schlagen gilt. Das wollen Wieser und Co auch heute Abend wieder unter Beweis stellen. Für den Tormann wird es der Auftakt für intensive Wochen, fällt Lagacé doch länger als erhofft aus. Die Adduktoren sorgen für eine mehrwöchige Zwangspause, Ersatz soll demnächst gefunden werden.