Leitsystem soll Tiere in Lienz vor dem sicheren Tod bewahren
Beim Nörsacher Teich wird ein Amphibienleitsystem errichtet. Dieses führt die Tiere zu drei Unterführungen an der L 27 Nikolsdorfer Straße.

Bereits 2023 wurden die Revitalisierungsmaßnahmen am Nörsacher Teich im Bezirk Lienz abgeschlossen. Das Naturdenkmal im Gemeindegebiet von Nikolsdorf bietet als Stillgewässerkomplex Lebensraum für zahlreiche Tierarten, insbesondere seltene Amphibienarten. Auch der streng geschützte Alpenkammmolch ist hier heimisch. Nun wird die Errichtung eines Amphibienleitsystems mit 130.000 Euro aus dem Tiroler Naturschutzfonds finanziert, um die Tiere zielgerichtet zu den bereits bestehenden drei Unterführungen unter der L 27 Nikolsdorfer Straße zu lenken. Denn: Im Herbst und Frühling wandern Frösche, Kröten und Molche zwischen ihrem Winterquartier im Hangwald und dem Laichgewässer. Dazwischen liegt die Nikolsdorfer Straße. Bei jedem Wechsel kommt es zu zahlreichen Verlusten, zudem wird die Verkehrssicherheit entlang dieses Streckenabschnitts beeinträchtigt.
„Durch den Bau dieser dauerhaften Leiteinrichtung auf beiden Straßenseiten wird künftig sichergestellt, dass alle wandernden Amphibien direkt zu den sicheren Unterführungen geleitet werden. Der kosten- und personalintensive Aufbau von temporären Krötenzäunen entfällt somit. Durch das Leitsystem können die bisherigen Investitionen in das Naturdenkmal Nörsacher Teich ihre volle Wirkung entfalten und zahlreiche Verluste durch überfahrene Tiere verhindert werden. Gleichzeitig verbessern wir die Verkehrssicherheit, weil Ausweichmanöver verhindert werden – zum Schutz der Menschen und Tiere“, sagt Naturschutzlandesrat René Zumtobel. Das Leitsystem aus Stahl ist an den Enden so geformt, dass Amphibien verlässlich von der Straße ferngehalten werden. Die Fertigstellung ist mit Februar 2027 geplant, sodass das neue System bereits bei der Frühjahrswanderung sein Potenzial entfalten kann.

Heimat der Libellen und Haselmäuse
Der Nörsacher Teich wurde in den Jahren 2022 und 2023 umfassend erweitert und revitalisiert. Das Naturdenkmal ist eines der letzten verbliebenen Auengewässer im Lienzer Talboden und bietet einen wichtigen Lebensraum für zahlreiche geschützte und seltene Tier- und Pflanzenarten, darunter der Alpenkammmolch, der Teichmolch, Libellen und die Haselmaus. Im Zuge der Revitalisierung wurde der offene Wasserkörper des bestehenden Teichs wiederhergestellt, Gehölze und gebietsfremde Pflanzenarten entfernt und ein neuer Biotopkomplex mit drei zusätzlichen Teichen geschaffen. Insgesamt umfasst der neue Lebensraum rund 2100 Quadratmeter.
Mit 2026 wurde der Naturschutzfonds in Tirol wieder eingeführt, nachdem er 2017 abgeschafft wurde. „Der neue Naturschutzfonds ist unser Sparbuch für die Tiroler Natur und es freut mich sehr, dass wir damit das langfristige Projekt zum Schutz von Kröten, Fröschen und Molchen am Nörsacher Teich unterstützen und gleichzeitig die Verkehrssicherheit auf der Straße verbessern können“, so Zumtobel.