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Klagenfurter Stadträtin traf sich mit dem „gefährlichsten Mann Deutschlands“

Klagenfurts FPÖ-Stadträtin ließ sich mit der umstrittenen AfD-Größe Ulrich Siegmund ablichten. Während sich Wassermann über das Treffen freute, hagelt es Kritik von den Grünen.

„Ich habe mich über die Begegnung sehr gefreut“, sagt Wassermann über ihr Treffen mit Ulrich Siegmund
© Wassermann/instagram Screenshot
„Ich habe mich über die Begegnung sehr gefreut“, sagt Wassermann über ihr Treffen mit Ulrich Siegmund
Marco-William Ninaus
Teamleiter Regionalredaktion Klagenfurt

Es war ein „Wiedersehen, das das Herz höher schlagen lässt“, schreibt Sandra Wassermann auf ihrem Instagram-Kanal. Die FPÖ-Stadträtin aus Klagenfurt war dieser Tage in Wien, um am Treffen einstiger Nationalratsabgeordneter teilzunehmen. Zeitgleich kam die AfD aus Sachsen-Anhalt mit FPÖ-Vertretern, unter anderem mit Parteichef Herbert Kickl, in der Bundeshauptstadt zusammen. Bei der Buchpräsentation von Andreas Mölzers „In diesem Lager ist Österreich“ ließ sich Wassermann mit Ulrich Siegmund ablichten.

Vor zwei Wochen erreichte der AfD-Spitzenkandidat bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt 43,8 Prozent der Stimmen und schrammte als klarer Wahlsieger knapp an der absoluten Mehrheit vorbei. Ein Ergebnis, das international für Furore sorgte, wurde sein Landesverband vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Die Fraktion benachteilige Minderheiten und verstoße gegen die Prinzipien der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Siegmund gilt als „Popstar der Partei“

Siegmund fällt ebenfalls mit Kontroversen auf. Er nennt Rüstungsgüter als „Hilfsmittel“ bei einer anstehenden „Remigrations- und Abschiebeoffensive“ und forderte in seinem radikalen und teils rechtlich nicht umsetzbaren Wahlprogramm unter anderem die „Abschaffung des Grundrechts auf Asyl“. „Der Spiegel“ erklärte Siegmund zum „gefährlichsten Mann Deutschlands“. Der „nette Extremist von nebenan“ und „Popstar der Partei“ verfüge über ein von rechtsextremen Ideologien geprägtes Netzwerk im Hintergrund.

Sein großer Wille nach Veränderung war spürbar.

— Sandra Wassermann, Stadträtin (FPÖ)

Alles kein Problem für Wassermann. Sie habe sich über das Treffen „sehr gefreut“, erzählt sie der Kleinen Zeitung. Siegmund wirkte freundlich, kompetent und authentisch. „Sein großer Wille nach Veränderung war spürbar“, sagt die Stadträtin. Dass dieser Wille rechtsextremistisch und demokratiefeindlich getrieben ist, möchte sie nicht thematisieren. „Ich habe mich nur mit dem Zwischenmenschlichen beschäftigt“, sagt Wassermann, die einzig die politische Richtung ihrer FPÖ unterstütze. Ein parteiübergreifender Austausch, bei dem verschiedene Sichtweisen diskutiert werden, sei aus ihrer Sicht dennoch wichtig.

„Wenn sich FPÖ-Stadträtin Sandra Wassermann beim Treffen von FPÖ und AfD mit Ulrich Siegmund, dem Chef eines gesichert rechtsextremen Landesverbandes, fotografieren lässt und das Bild anschließend selbst veröffentlicht, dann ist das kein harmloses Erinnerungsfoto, sondern ein unmissverständliches politisches Signal“, sagt Stefan Samonig von den Grünen
© Bernhard Schindler/KK
„Wenn sich FPÖ-Stadträtin Sandra Wassermann beim Treffen von FPÖ und AfD mit Ulrich Siegmund, dem Chef eines gesichert rechtsextremen Landesverbandes, fotografieren lässt und das Bild anschließend selbst veröffentlicht, dann ist das kein harmloses Erinnerungsfoto, sondern ein unmissverständliches politisches Signal“, sagt Stefan Samonig von den Grünen

„Kein harmloses Foto“

Die Klagenfurter Grünen üben harte Kritik. Ein gemeinsames Bild sei kein „harmloses Erinnerungsfoto, sondern ein unmissverständliches politisches Signal“, sagt Stadtparteichef Stefan Samonig. FPÖ, AfD und Identitäre würden sich kaum mehr voneinander unterscheiden. Die Demokratie müsse sich demnach bald „warm anziehen“.

Wassermann ist nicht die erste Klagenfurter Spitzenpolitikerin, die kein Problem mit problematischen Personen hat. 2023 sorgte der damalige Vizebürgermeister Alois Dolinar (Team Kärnten) mit einem Treffen mit Viktor Orbán für Aufregung. Bei einer Veranstaltung in Bled führte er mit dem damaligen ungarischen Regierungschef ein „interessantes Gespräch über internationale Beziehungen und Kooperationen“. Das Treffen und gemeinsame Foto verärgerte Parteichef Gerhard Köfer und führte zu Diskussionen.