14 Millionen alte Handys liegen in Österreichs Schubladen
Abfallwirtschaft: Pro Person wurden in Österreich 17 Kilo E-Altgeräte und 380 Gramm Batterien gesammelt. Ein erweitertes Rückgabesystem und Verbote sollen Brandgefahr durch E-Zigaretten eindämmen.

Im vergangenen Jahr wurde wieder ein Rekord bei der Sammlung von Elektro-Altgeräten und Alt-Batterien erzielt. 17 Kilo Altgeräte und 380 Gramm Batterien wurden pro Person gesammelt. Sorgen bereiten der Abfallwirtschaft die E-Zigaretten, die einen Brandherd darstellen können. Hier soll das Recyclingsystem in den Trafiken verbessert werden. Und für 2027 ist in mehreren Städten ein Pilotprojekt für Abfall-Container im öffentlichen Raum geplant, verwiesen wird auf positive Beispiele im Ausland.
„Österreich sammelt gerne und fleißig“, so das Fazit von Valentin Opfermann, Chef der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle. Trotzdem würde, insbesondere bei Kleingeräten, noch zu vieles im Müll landen. Hier sollen die geplanten Abfall-Container mithelfen, die Rückgabequote zu erhöhen. Wobei sich die Verbraucher oft gar nicht bewusst seien, dass es sich um ein Elektrogerät handelt – eben wie bei den E-Zigaretten. Wobei Einweg-E-Tschik mit 1. Jänner 2027 verboten sind.
Durch eine fachgerechte Entsorgung könnten auch sehr viele Rohstoffe wieder gewonnen werden, erinnerte Opfermann. So würden schätzungsweise 14 Millionen Handys noch in den Schubladen liegen. „Diese Geräte sind ein Rohstoff-Schatz“, betonte er. Bei Elektro-Altgeräten lag die Sammelquote 2025 bei 90 Prozent und damit über den EU-Vorgaben.
„Produkt am Ende, Batterie lebt“
Christian Macho, Präsident der Arge Abfallwirtschaftsverbände, rechnete am Mittwoch vor: 17 Millionen Lithium-Batterien landen jedes Jahr im Restmüll, bei zuletzt steigender Tendenz. Dies berge eine Brandgefahr. „Produkt am Ende, Batterie lebt, das bewirkt ein Risiko“, warnte er bei einem Mediengespräch. Die zur Entsorgung abgegebenen Batterien werden nicht hierzulande, sondern im benachbarten Ausland dann wiederverwertet.
Online-Plattformen als Trittbrettfahrer
Bei all dem Lob für die Sammelfreude der Bürgerinnen und Bürger und die Abarbeitung durch die Abfallwirtschaft kamen heute aber auch kritische Worte vom Handel. Ein möglicher Pfand auf Batterien auf nationaler Ebene werde „strikt abgelehnt“. Vielmehr sei es wichtig, dass auch die großen internationalen Online-Plattformen ihren finanziellen Beitrag leisten, so WKÖ-Vertreterin Bianca Dvorak.
161.000 Tonnen Elektroaltgeräte wurden 2025 von den Haushalten und Gewerbebetrieben gesammelt, ein Plus von 0,27 Prozent. Obwohl ein Rekord beim Sammeln aufgestellt wurde, machte sich die schwache Wirtschaftslage beim Konsum bemerkbar: In die Verkehr gesetzte Masse an Elektrogeräten von 341.000 Tonnen ging um 2,8 Prozent zurück. Aufgeschlüsselt in Kategorien fällt auf, dass bereits 15 Prozent der verkauften Elektrogeräte PV-Module waren (bezogen auf das Gewicht).
Bei ihrem heutigen Medientermin erinnerte die Abfallwirtschaft einmal mehr daran, Elektroschrott nicht im Rest- oder Sperrmüll zu entsorgen. „Die Bevölkerung wird aufgerufen, alte Batterien, Akkus und Elektrogeräte konsequent und kostenfrei bei unseren 50.000 ‚Her mit Leer‘-Sammelboxen oder den rund 2.000 kommunalen Altstoffsammelzentren abzugeben“, hieß es.