Alle acht Minuten stirbt ein Wildtier auf der Straße – was tun?
Alle acht Minuten stirbt laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit ein Tier auf Österreichs Straßen. Auch für den Menschen kann das gefährlich werden. Das Land Steiermark reagiert.

Die Zahlen sind besorgniserregend: Rund 13.000 Wildtiere sterben jährlich auf steirischen Landesstraßen. Österreichweit hält das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) fest, dass alle acht Minuten ein Wildtier auf Österreichs Straßen stirbt. Im Durchschnitt wird dabei auch jeden Tag eine Person verletzt. Klar ist: Das sind alles zu große Zahlen.
Das Land Steiermark will gegensteuern. 2015 startete das Projekt „Wildtierschutz und Verkehrssicherheit Steiermark”, ein Gemeinschaftsprojekt des Landes Steiermark und der Steirischen Jägerschaft, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen und Wildunfälle zu reduzieren.
Land Steiermark setzt Gegenmaßnahmen
Alleine heuer werden 23 neue Reviere mit Wildwarngeräten ausgestattet, 68 bestehende Testreviere haben nachbestellt. Damit werden heuer 48 Kilometer Landes- und rund zwei Kilometer Gemeindestraßen neu ausgerüstet. Hinzu kommen: 4.550 optische Wildwarnreflektoren, 335 optisch/akustische Wildwarngeräte und drei olfaktorische Vergrämungen (gezielte Abwehr von Tieren durch Gerüche), die an die Reviere ausgegeben wurden.
Die Zielsetzung ist klar: „Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und natürlich auch der Wildtiere ist uns allen ein großes Anliegen”, sagte Landesrätin Claudia Holzer im Vorfeld.
Auch das KFV drängt zu Maßnahmen und weist auf die zunehmende Gefahr hin, vor allem in der aktuellen Jahreszeit. „An trüben Herbsttagen ist besondere Vorsicht angesagt, denn durchschnittlich 47 Prozent der Wildunfälle mit Personenschaden ereignen sich bei Dunkelheit und elf Prozent bei Dämmerung“, sagt Christian Schimanofsky, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV).
Bilanz des Projektes seit 2015
314 Reviere sind aktiv im Projekt, rund 63.600 optische Wildwarnreflektoren, in etwa 3.900 optisch-akustische Wildwarngeräte und 56 ergänzende Sicherheitsmaßnahmen wie olfaktorische Duftstoffe wurden installiert. In Summe wurde die Verkehrssicherheit auf rund 880 Kilometern Landesstraßen und 35 Kilometern Gemeindestraßen erhöht.
Wildunfälle sind jedenfalls eine Gefahr auch für den Menschen. Bei einer Kollision mit einem wuchtigen Hirsch oder Reh ist die Gefahr besonders groß, dass dabei auch Personen in den Fahrzeugen zu Schaden kommen. Sobald ein Tier vor einem auftaucht, empfiehlt der Experte daher wie folgt zu reagieren: „Sofort abbremsen, abblenden und ggf. mehrmals hupen, um das Wild aufzuschrecken und zur Flucht zu veranlassen“, sagt Schimanofsky.
Die Maßnahmen, die das Land trifft, fruchten, werden großteils positiv angenommen. Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof-Saurau sagt: „Wildtierschutz darf nicht an der Straße enden, denn mit jedem Wildunfall, der nicht passiert, verhindern wir gemeinsam mit unseren Projektpartnern die Gefährdung von Menschen, das Leid von Wildtieren und hohe Sachschäden“.

Für das KFV steht aber fest, zur Prävention gehört auch Umsicht. Zahlen zeigen: Fast 40 Prozent aller Wildunfälle ereignen sich aufgrund von nicht angepasster Geschwindigkeit und mehr als 50 Prozent aufgrund von Unachtsamkeit und Ablenkung. Auch das sind Zahlen, die es zu bedenken gilt.