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Israels Militär tötet Finanzverantwortlichen der Hamas

Israels Armee hat offiziellen Angaben zufolge den Leiter der Finanzabteilung der islamistischen Hamas im Gazastreifen getötet. Muhammad Abu Alwan sei in der Stadt Khan Younis im Süden des Gebiets ins Visier genommen worden, teilten der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Israel Katz mit. Von Israels Armee gab es zunächst keine Bestätigung dafür.

Die palästinensische Nachrichtenagentur meldete am Vormittag zwei Tote nach einem israelischen Drohnenangriff in Khan Younis. Dabei sei ein Fahrzeug getroffen worden. Zur Identität der Opfer wurde bisher nichts bekannt. Es war zunächst unklar, ob es sich um denselben Vorfall handelte. Die Angaben ließen sich zunächst allesamt nicht unabhängig überprüfen.

In der von Netanyahus Büro verbreiteten Mitteilung hieß es weiter: "Wir werden weiterhin Hamas-Kommandeure und -Mitglieder aufspüren, ihre Finanzierungsquellen ins Visier nehmen und ihre terroristische Infrastruktur zerstören." Israel werde nicht zulassen, dass die Hamas wieder erstarke. "Wir werden nicht aufhören, bis die Hamas im Gazastreifen nicht mehr existiert."

Die Lage im Gazastreifen ist ein wichtiges Wahlkampfthema, mit dem rechte Politiker bei ihrer Wählerschaft punkten wollen. In Israel wird am 27. Oktober ein neues Parlament gewählt. Laut Umfragen könnte es für Netanyahus Lager schwierig werden, eine Mehrheit zu sichern.

Unterdessen legte das von US-Präsident Donald Trump eingesetzte "Board of Peace" einem Medienbericht zufolge einen sechsmonatigen Wiederaufbauplan für den Gazastreifen vor. Das Vorhaben mit 66 Einzelprojekten im Volumen von 2,45 Milliarden US-Dollar sehe unter anderem Ausgaben für Notunterkünfte, Trümmerbeseitigung und den Einsatz einer multinationalen Schutztruppe vor, berichtet das Portal "Axios" unter Berufung auf den Entwurf. Die materiellen Schäden im Gazastreifen werden in dem Papier auf 35,2 Milliarden Dollar geschätzt. Für den vollständigen Wiederaufbau in den kommenden zehn Jahren seien rund 71,4 Milliarden Dollar nötig.

Seit Oktober 2025 herrscht im Gaza-Krieg eigentlich eine Waffenruhe, es gibt aber immer wieder tödliche Angriffe. Zuletzt hatte Israel seine Luftangriffe wieder verstärkt und dabei laut Darstellung des Militärs gezielt ranghohe Mitglieder der islamistischen Terrororganisation Hamas getötet.

Bei Massakern am 7. Oktober 2023 töteten die Islamisten 1.221 Menschen und verschleppten 251 Opfer als Geiseln in den Gazastreifen. Israel reagierte mit einem massiven Militäroffensive im Gazastreifen, bei dem nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums mehr als 73.000 Menschen getötet wurden.