Treffen von Vertretern der USA und des Iran
Vertreter der USA und des Iran haben sich nach Angaben von Präsident Donald Trump am Rande der UNO-Generaldebatte in New York getroffen. Das Gespräch am Dienstag sei "sehr gut" gelaufen und habe drei Stunden gedauert, sagte Trump vor Reportern, ohne konkrete Angaben zu allen Teilnehmern des Treffens zu machen. Iranische Staatsmedien bestätigten das Treffen. Direkte Gespräche zwischen US-amerikanischen und iranischen Vertretern fanden zuletzt im Juni in der Schweiz statt.

Trump zufolge nahmen sein Unterhändler Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner an dem Treffen in New York teil. Witkoff selbst sagte dort, dass er sich nach dem Treffen sehr gut fühle. Angaben zu den iranischen Teilnehmern machte Trump nicht. Offen blieb zudem zunächst, ob es konkrete Ergebnisse gab.
Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf zwei iranische Beamte, dass der iranische Außenminister Abbas Araqchi sich mit Witkoff und Kushner getroffen habe. Das Treffen wurde demnach von Pakistan und Katar vermittelt, die sich intensiv für eine Rückkehr zur Diplomatie und für Deeskalation eingesetzt hätten.
Das Gespräch habe sich auf einen Weg für ein Abkommen fokussiert, schrieb die Zeitung. Das Nachrichtenportal "Axios" zitierte einen US-Beamten und eine regionale Quelle mit denselben Informationen zu den Teilnehmern des Treffens. Trump stellte vor Reportern ein weiteres baldiges Treffen in Aussicht, nannte aber keine Details.
Vor der UNO-Generalversammlung hatte es Spekulationen gegeben, ob Trump selbst womöglich Irans Präsident Massoud Pezeshkian, der auch in New York sprechen soll, treffen würde. Die US-Regierung hatte sich dazu aber nicht konkret geäußert.
Iranische Staatsmedien bestätigten das Gespräch mit US-Vertretern und hoben hervor, dass es auf Bitte Witkoffs stattgefunden habe. Den USA seien von den iranischen Vertretern, unter anderem Araqchi, die Bedingungen für eine Öffnung der Straße von Hormuz mitgeteilt worden. Dazu zählten die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade vor der iranischen Küste, die Auszahlung aller eingefrorener iranischen Vermögenswerte sowie die Beendigung des Kriegs an allen Fronten, wie der Staatssender Irib berichtete.
Darüber hinaus reagierte der iranische Generalstab der Streitkräfte auf Trumps Rede vor den UN. Die "feindseligen Äußerungen und Drohungen" des US-Präsidenten gegen den Iran seien lediglich ein "Instrument der innenpolitischen Propaganda" und basierten nicht auf Fakten vor Ort, hieß es in einer in Staatsmedien veröffentlichten Mitteilung. Man sei zu noch härteren Schlägen bereit. Pezeshkian werde bei der Generaldebatte am Mittwoch die Botschaft des Irans verkünden.
Die Fronten im Iran-Krieg gelten als verhärtet. Teheran signalisierte zuletzt aber Bereitschaft zur Beendigung des Krieges mit den USA auf Grundlage des im Juni abgeschlossenen Rahmenabkommens. Das hatte allerdings nicht zu einer Lösung des Konflikts geführt - und zerfiel angesichts fortdauernder Spannungen schnell in sich zusammen. Zentraler Streitpunkt zwischen Washington und Teheran ist aktuell die Kontrolle um die für den internationalen Ölhandel wichtige Straße von Hormuz.
Bei seiner Rede vor den Vereinten Nationen hatte Trump eine weitreichende Entscheidung in Aussicht gestellt: Option eins sei ein Abkommen, das es dem Iran erlaube, zu großer wirtschaftlicher Stärke zurückzufinden. Der andere Weg sei die Vernichtung der Islamischen Republik, um ihnen "niemals wieder die Chance zu geben, Menschen zu töten und Länder zu zerstören".
Wähle der Iran den Krieg, lande die Republik in der "Hölle, ohne Überlebenschance und ohne Hoffnung auf zukünftige Größe oder nachfolgende Generationen", sagte Trump. Gleichzeitig äußerte er sich zuversichtlich, "schnell" ein Friedensabkommen mit dem Iran schließen zu können. Er glaube, dies sei direkt nach den US-Kongresswahlen, die am 3. November stattfinden, möglich.
Der Iran-Krieg dauert inzwischen seit fast sieben Monaten an und hat auch die Golfstaaten erfasst. Mehrere beherbergen US-Militärstützpunkte und waren selbst von iranischen Angriffen und den Folgen des Krieges betroffen. Die USA begründeten ihre Angriffe seit dem 28. Februar damit, dass der Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen dürfe. Trump wollte den Krieg eigentlich auf wenige Wochen begrenzen, doch der Konflikt zieht sich seither. Zeitweise hatte es eine Waffenruhe gegeben, die aber immer wieder gebrochen worden war.
Zusätzlichen Druck erzeugt die Eskalation im Jemen. Die vom Iran unterstützte Houthi-Miliz hat vor gut einer Woche in einer Blitzoffensive die Westküste des Jemen eingenommen und sich damit Zugriff auf die wichtige Meerenge Bab al-Mandab am Eingang zum Roten Meer verschafft. Saudi-Arabien sucht derzeit nach Unterstützern im Kampf gegen die Miliz. Unter anderem die "New York Times" berichtete, Trump habe Saudi-Arabien im Kampf gegen die Miliz unterstützen wollen, das Vorhaben dann aber kurzfristig wieder abgesagt.