Suche
Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Comer See: Brite will zwei Schwimmer retten und wird vermisst

Taucher, ein Hubschrauber und Unterwasserdrohnen suchen nach dem 37-jährigen Vermissten, der einem Mann und dessen Sohn helfen wollte.

Comer See (Themenbild)
© IMAGO/Jochen Eckel
Comer See (Themenbild)

Er wollte zwei Menschenleben retten und wird nun selbst vermisst: Ein 37-jähriger Brite sprang am Montag in den Comer See in der Lombardei, um einen 16-Jährigen und dessen Vater vor dem Ertrinken zu retten. Während die beiden von einem vorbeifahrenden Boot gerettet werden konnten, verschwand der 37-Jährige etwa 600 Meter von der Küste bei San Siro entfernt im Wasser, berichtet „The Telegraph“. Für die Suche nach dem Touristen wurden Taucher, Rettungsboote und ein Hubschrauber herangezogen. Auch Unterwasserdrohnen standen laut lokalen Medienberichten im Einsatz.

Der Mann hatte gemeinsam mit einer vierköpfigen Familie – einem Vater, einer Mutter und zwei Söhnen – eine Tour mit einem gemieteten Boot unternommen. Als der Vater und dessen Sohn gegen 13.30 Uhr beim Schwimmen in Not gerieten, sprang der Mann hinterher. Vater und Sohn konnten schließlich unterkühlt ans Ufer gebracht werden, vom 37-Jährigen fehlt seither jedoch jede Spur. Die Mailänder Küstenwache konnte in der Nacht auf Dienstag das Gebiet eingrenzen, in dem der Tourist vermutlich untergegangen ist, schreibt „QuiComo“.

Ähnliches Unglück im Vorjahr

Ein ähnlicher Fall hatte sich im August 2025 ereignet. Ein 55-jähriger Deutscher sprang am Comer See von einem Boot aus ins Wasser, um seine Kinder zu retten. Die Kinder konnten gerettet werden, die Leiche des Mannes wurde Tage später geborgen.

Der Comer See, rund 80 Kilometer nördlich von Mailand, ist stellenweise bis zu 425 Meter tief und zählt damit zu den tiefsten Seen Europas. Die niedrigen Wassertemperaturen können für Urlauber zur Gefahr werden. Im vergangenen Sommer sind laut „Telegraph“ sechs Menschen im Comer See ertrunken, darunter auch ein neunjähriges Mädchen. Besonders im nördlichen Teil können wechselhafte Winde darüber hinaus starken Wellengang erzeugen, welcher für Boote gefährlich werden kann.